4. Entwicklungsmöglichkeiten und-grenzen einer transnationalen Gewerkschaftsvernetzung im Nestlé-Konzern Das globale IUL-FES-Nestlé-Projekt war eine Phase eines längeren Prozesses des Aufbaus und der Entwicklung eines globalen NestléGewerkschaftsnetzes, wobei die starken und das Netz tragenden Säulen auf regionaler Ebene liegen. 4.1. Notwendigkeit einer transnationalen gewerkschaftlichen Vernetzung im Nestlé-Konzern. Die Notwendigkeit des Aufbaus und der Weiterentwicklung des globalen Nestlé-Gewerkschaftsnetzwerks wurde auf den fünf Treffen dieser Entwicklungsphase mehr als deutlich. Denn die Berichte der Netzwerkbeteiligten haben folgendes gezeigt: Die globale Managementstrategie von Nestlé zieht gleichartige Problemlagen für die gewerkschaftliche Interessenvertretung in den Nestlé-Fabriken der verschiedenen Regionen und Länder nach sich; so sind in den verschiedenen Ländern gleichermaßen eine Nestlé-Unternehmenspolitik der Reduzierung der Kernbelegschaft und der Zunahme ungesicherter Beschäftigung(mit der Folge der Schwächung der Gewerkschaften), des Aufbau von Überstunden bei gleichzeitigem Personalabbau, eines unzureichenden Arbeits- und Gesundheitsschutzes oder auch einer Benachteiligung weiblicher Beschäftigter zu beobachten. Zugleich entstehen infolge des Übergangs zu regionalen Management- und Produktionsstrategien Problem- und Konfliktbereiche, die eine unmittelbar transnationale Dimension haben, nämlich transnationale Umstrukturierungen, Verlagerungen und Standortkonkurrenzen, was besonders auf den Regionalkonferenzen für Asien-Pazifik und Lateinamerika deutlich wurde. Ein weiterer Aspekt, der auf die Notwendigkeit des globalen Gewerkschaftsnetzes hinweist, sind die von Nestlé aufgelegten globalen Projekte wie Globe oder Target 2004. Das Netzwerk eröffnet die Möglichkeit, die gleichgerichteten und unter47
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Die Entwicklung des globalen Gewerkschaftsnetzwerks im Nestlé-Konzern : gewerkschaftliche Gegenmacht im transnationalen Konzern?
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