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Die Entwicklung des globalen Gewerkschaftsnetzwerks im Nestlé-Konzern : gewerkschaftliche Gegenmacht im transnationalen Konzern?
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schiedlichen Auswirkungen dieser globalen Projekte auf die einzelnen Nestlé-Standorte weltweit zusammenzutragen und zu analysieren. Schließlich haben die Treffen gezeigt, dass eine Reihe von Problemen in den einzelnen Nestlé-Standorten bestehen, die zwar lokal oder na­tional spezifisch sind, aber dennoch einer transnationalen Bearbeitung bedürfen, weil sie angesichts der nationalen bzw. lokalen Arbeitsbe­ziehungen auf diesen Ebenen nicht lösbar sind(beispielhaft dafür steht die schwierige Situation im russischen Werk Timashevsk). 4.2. Die beiden Pfeiler der transnationalen gewerk­schaftlichen Vernetzung im Nestlé-Konzern Die gewerkschaftliche Vernetzung im Nestlé-Konzern beruht auf zwei zentralen Pfeilern. Ein erster Pfeiler ist das gemeinsame Interesse aller Beteiligten an Informationen und an einem Erfahrungsaustausch un­tereinander. Der Informations- und Erfahrungsaustausch stellt derzeit die zentrale Funktion des Netzwerks dar. Er ist bisher zugleich im we­sentlichen auf die Netzwerktreffen selbst beschränkt. Indem der In­formations- und Erfahrungsaustausch zu gegenseitigen Lernprozessen führt, die die Kompetenzen der Gewerkschaftsdelegierten erweitern, stärkt er die gewerkschaftliche Interessenvertretung in den einzelnen Nestlé-Standorten. 14 Zugleich ermöglicht er ein besseres Verständnis 14 Für einen relevanten Teil der Netzwerkbeteiligten ist die Schulung(im Sinne einer einseitigen Vermittlung von Informationen und Kompetenzen zur Stär­kung der lokalen Gewerkschaftsarbeit) die primäre Funktion der Vernetzung. Der Schulungsaspekt umfasst(1) die(vertikale) Vermittlung von Informationen zur zentralen Nestlé-Strategie seitens der IUL, die es den lokalen Gewerk­schaftsdelegierten ermöglichen, Entscheidungen des lokalen Nestlé-Manage­ments einzuordnen und in einen größeren Zusammenhang zu stellen und die den Beteiligten zum Teil erst die Notwendigkeit einer übergreifenden gewerk­schaftlichen Kommunikation, Koordination und Abstimmung verdeutlichten, (2) die(vertikale und horizontale) Vermittlung von Erfahrungen und Informati­onen zu Gepflogenheiten des Umgangs zwischen Management und Gewerk­schaften in anderen Ländern und Standorten, der die Isolation durchbricht, die Ungewissheit darüber, welche Standards(bspw. bzgl. Informationen oder Ar­beitssicherheit) üblich und welche Forderungen legitim sind, reduziert und da­48