Insgesamt wurde die Bedeutung einer länderübergreifenden Vernetzung von Nestlé-Gewerkschaftsdelegierten allseitig betont. Damit soll einerseits der Gefahr begegnet werden, dass die Belegschaften verschiedener Standorte im Zuge transnationaler Umstrukturierungen oder eines transnationalen Benchmarking gegeneinander ausgespielt werden. Hierzu soll der Informationsaustausch untereinander verbessert werden. Die Delegierten versprechen sich dadurch andererseits und vornehmlich eine Stärkung ihrer Kompetenzen und Verhandlungspositionen auf lokaler und nationaler Ebene. Dazu soll insbesondere die transnationale Koordinierung der Kollektivverhandlungen Schritt für Schritt vorangetrieben und die Transparenz der Verhandlungsabläufe und –ergebnisse erhöht werden. Die Delegierten einigten sich darauf, sich die Kollektivvereinbarungen(einschließlich eines Berichts zum Verlauf der Kollektivverhandlungen) gegenseitig zugänglich und so im Sinne eines Best-Practice-Austausches nutzbar zu machen. Im nächsten Schritt sollen die Kollektivverhandlungen dann auch zeitlich koordiniert werden. Der afrikanische Nestlé-Raum scheint den Delegierten hinreichend homogen, um auf eine Angleichung der Arbeitsbedingungen zu drängen. 3.4. Die Netzwerkaktivitäten in Lateinamerika: Das Treffen in Buenos Aires, Herbst 2003 In der Region Lateinamerika finden seit 1993 regelmäßig Netzwerktreffen statt, das letzte im Herbst 2003 in Buenos Aires. An diesem Treffen nahmen Gewerkschaftsdelegierte aus Argentinien, Brasilien, der Dominikanischen Republik, Ecuador, El Salvador, Panama und Peru sowie für die IUL mehrere VertreterInnen des IUL-Regionalsekretariats und ein Vertreter der das globale Netzwerk koordinierenden deutschen Gewerkschaft NGG teil. Das Netzwerktreffen wurde von dem folgenden drei großen Themen bestimmt: 30
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Die Entwicklung des globalen Gewerkschaftsnetzwerks im Nestlé-Konzern : gewerkschaftliche Gegenmacht im transnationalen Konzern?
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