Friedrich-Ebert-Stiftung Arbeitskreis Mittelstand 5 Systematische Vorschläge zur Entbürokratisierung Wie schon erwähnt wurde, ist die Bearbeitung losgelöster Einzelfälle ohne Einbindung in ein Gesamtkonzept nicht zielführend. Daher gilt es vor dem Hintergrund der vorangegangenen Ausführungen, Instrumente zu bestimmen, die nachhaltig Bürokratie abbauen und den Aufbau neuer überflüssiger Bürokratie schon im Vorfeld verhindern. Dazu werden im Folgenden eine Auswahl wichtiger Instrumente kritisch erläutert. 5.1 Gesetzesfolgenabschätzung(GFA) Die zurzeit stattfindende Praxis der GFA wird als unbefriedigend beurteilt, wie bereits oben festgestellt wurde. Deshalb ist es auch eine der dringendsten Forderungen von allen Seiten, eine nicht nur formale Abschätzung vorzunehmen, die – wie es auch die GGO formuliert – wesentlichen Auswirkungen des Gesetzes einschließlich der beabsichtigten und der unbeabsichtigten Nebenwirkungen berücksichtigt. Dabei ist zwar die Notwendigkeit einer GFA unstrittig, dennoch besteht kein einheitliches Bild über Form und Inhalt derselben. Die nachstehenden Ausführungen enthalten dazu einige Anregungen. 5.1.1 Gegenstand einer GFA Laut des Mandelkern-Berichts sind die Kernaufgaben der GFA ! die Beurteilung der Verhältnismäßigkeit, ! die Prüfung der verfügbaren Alternativen, ! die Bewertung der Kosten und Nutzen der jeweiligen Alternativen ! die Schaffung von Transparenz Weiter verallgemeinert soll eine GFA die Einhaltung der voran genannten Prinzipien gewährleisten und die einzelne Maßnahme dahingehend prüfen. Empfehlung In der Praxis stellt sich jedoch zum einen die Frage nach der Auswahl der konkret zu beurteilenden Regulierungen und zum anderen nach der Methode zur Bewertung. Ein in die Diskussion eingebrachter Vorschlag ist die Orientierung an dem in den USA praktizierten Verfahren. Ziel der dortigen GFA nach dem Unfunded Mandates Reform Act ist eine schnelle und knappe AbschätEine Gesetzesfolgenabschätzung muss mehr als nur die fiskalischen Auswirkungen betrachten. Auch Kosten der Unternehmen, direkte und in bestimmten Grenzen indirekte, sollten durch eine Abschätzung bestimmt werden. Dazu sind gegebenenfalls auch Praxistests geeignet. zung der direkten Kosten zur politischen Entscheidungsfindung. Damit baut dieses Verfahren keine neue„Prüfbürokratie“ auf der anderen Seite wieder auf. Weiterhin ist positiv hervorzuheben, dass so der Politik und der Öffentlichkeit eine leicht zugängliche Hilfe für die Meinungsbildung zur Verfügung steht. Die Übernahme des Systems in Gänze ist allerdings nicht empfehlenswert, da die 10
Druckschrift
Die Wirtschaft entfesseln: Bürokratie konsequent abbauen : ein Diskussionsbeitrag zur Entlastung des Mittelstands
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten