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Bestandsaufnahme und Bilanzierung von Dienstleistungsinitiativen des Bundes und der Länder
Entstehung
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Friedrich-Ebert-Stiftung 4. Einschätzungen zu Wirkungen der Initiativen durch die Befragten Das abschließende vierte Kapitel gibt die Einschätzung der befragten ExpertInnen wieder. Es gliedert sich in vier Unterpunk­te. Zunächst sollen im Abschnitt 4.1 Ein­schätzungen der befragten ExpertInnen zur allgemeinen Entwicklung von Dienst­leistungen und deren Relevanz in der poli­tischen Diskussion referiert werden. In Abschnitt 4.2 folgen dann Einschätzungen zu den Wirkungen der Dienstleistungsiniti­ative des BMBF und in Abschnitt 4.3 dann Einschätzungen zu den beiden ausge­wählten Landesinitiativen von Nordrhein­Westfalen und Baden-Württemberg. Im letzten Abschnitt 4.4 werden einige The­men angesprochen, mit denen sich Politik und Forschung ebenfalls aus Sicht der Befragten befassen sollten. 4.1 Einschätzungen zur allgemeinen Entwicklung von Dienstleistungen Das Bewusstsein für das Thema Dienst­leistungen, so merken fast alle Befragten an, sei in der Politik stark unterentwickelt. Diese Aussage wird mit etlichen Beispie­len belegt, von denen einige im Folgenden benannt werden. Die Entwicklung der Dienstleistungswirt­schaft und-forschung wird von einigen Befragten eher skeptisch eingeschätzt: Es gab bessere Zeiten, so die Aussage eines Befragten. Und diese werden auf die Zeit vor dem Regierungswechsel 1998 datiert. Zu Zeiten der CDU-Regierung gab es nach Einschätzung einiger eine höhere Akzeptanz des Themas. Dann gab es die Hoffnung, dass mit dem Regierungswech­sel ein zusätzlicher Push käme. Dieses erwies sich nach Meinung einiger Befrag­ter allerdings als Illusion.Die SPD tut sich schwer mit dem Thema, so ein Befragter. Das hat was mit den politischen Akteuren zu tun. Die Gewerkschaften täten sich ebenfalls schwer mit dem Thema Dienst­leistungen. Der Grund für beides wird dar­in vermutet, dass mit Dienstleistungen vor allem in politischen Reden der sog. Nied­riglohnsektor assoziiert wird: Frisör, Mc­Donalds etc.Das ist ein Trauerspiel, so dieser Befragte. Insofern sei es bei einer Arbeitskreis Dienstleistungen SPD Regierung schwerer, den Struktur­wandel zu thematisieren, als eswitziger­weise bei der CDU war. Hoffnung wird mit der sog. Innovationsoffensive verbunden. Hier sollen neue Impulse für die Dienst­leistungswirtschaft gesetzt werden. 9 Das erfordere allerdings das Engagement von außen, z.B. von der Fraunhofer Gesell­schaft. Dort wird nach acht Jahren derzeit eine Revitalisierungsstrategie gefahren, um die Themen der Dienstleistungen wieder in den politischen Diskurs zu bringen. Als eine Aktivität in diesem Zusammenhang kann der vom FhG organisierte parlamen­tarische Abend im Jahre 2003 gesehen werden. Ein Ziel war es, Parlamentariern aus den entsprechenden Ausschüssen zu zeigen, dass es Dienstleistungen nicht nur im Niedriglohnsektor gibt. Der Tenor, der dort verbreitet wurde, liegt darin, dass wis­sensintensive Dienstleistungen die einzige Chance darstellen, um den derzeitigen Lebensstandard in Deutschland zu halten. Wenn das die Regierung nicht zur Kennt­nis nähme, werde sie den Strukturwandel nicht bewältigen können, weder for­schungsmäßig noch arbeitspolitisch. Es fiele einigen politisch Verantwortlichen immer noch schwer, die Wertschöpfung in der Dienstleistung zu erkennen und sich Gedanken über zukünftige Arbeitsgebiete zu machen, jenseits des Niedriglohnsek­tors. Es ist daher Aufgabe der Forschung, Beispiele zu zeigen, wie wissensintensive Dienstleistungen einen Beitrag zur Wert­schöpfung leisten. Die Heterogenität des Feldes und die Erfahrung, dass jeder ir­gendwo Dienstleistungen wahrnimmt und deshalb jeder glaubt, mitreden zu können, ist Teil der Schwierigkeiten. Und niemand weiß eigentlich so genau, was sich hinter dem Begriff Dienstleistungen verbirgt. Ge­rade in der sog. postindustriellen Debatte sind Dienstleistungen zu einer ArtZau­9 Im Januar 2004 trafen sich auf Einladung von Bundes­kanzler Schröder Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gewerkschaften, um alsPartner für Innova­tion die Innovationskraft ihrer Unternehmen und Institu­tionen zu bündeln. Ziel dieser Initiative ist es, gute Ideen schneller in marktfähige Produkte umzusetzen sowie die Schaffung eines neuen Klimas für Aufbruch und Innova­tion. In Impuls- und Arbeitskreisen entwickeln mehr als 300 Expertinnen und Experten neue Ideen. Ein Impuls­kreis beschäftigt sich mit Innovationen im Dienstleis­tungsbereich. 31