Friedrich-Ebert-Stiftung allem der DGB und die Spitzenverbände der Wirtschaft nachdrücklich auf einer aussagefähigen Dienstleistungsstatistik bestanden. Die derzeitige Dienstleistungsdebatte in Deutschland dreht sich nach Aussagen nahezu aller Befragten nahezu ausschließlich um den Niedriglohnsektor, um „Putzfrauen”. Hier existiere ganz klar ein Wahrnehmungsproblem, denn Arbeit in diesem Bereich gebe es genug. Zu fördern wären dagegen wissensintensive Dienstleistungen und der Bereich business to business. So mache Daimler schon heute 49% seines Geschäfts mit Finanzdienstleistungen. Klein- und Mittelbetriebe im Dienstleistungssektor stellen in etlichen Förderprogrammen die Zielgruppe dar. Einige Befragte äußern sich allerdings kritisch hierzu. Belegbar sei, dass Klein- und Mittelbetriebe in den Jahren von 1980- 1997 keinesfalls Beschäftigungsmotoren waren. Ebenfalls wird dort nicht unbedingt der Generator für Zuwachs gesehen. Mit „Drei-Mann-Büros“ könnten keine großen Aufträge bearbeitet werden. Demnach ist die effizienteste Wirtschaft nicht die, welche die größte Selbständigenquote hat. Das sei auch kein Maßstab für effizientes Arbeiten. Trendsetter seien dieser Logik nach eher große Unternehmen. Hier gibt es Vorstellungen darüber, dass auch im Bereich der sozialen Dienstleistungen durchaus Konzepte entwickelt werden könnten, die in der Art von McDonalds in die Welt exportiert werden könnten. Hiernach ist auch die klassische Mittelstandspolitik nicht der richtige Weg, insbesondere bezüglich der damit verbundenen„Regelungssucht”. In Anbetracht der europäischen und internationalen Entwicklungen können nicht mehr alle„beschützt“ werden.„Es ist nicht der Schiedsrichter schuld, wenn eine Mannschaft schlecht spielt, die Spieler müssen schneller laufen“ ist das hierzu geschilderte Bild eines Befragten. Die Dienstleistungswirtschaft stehe an einer Weggabelung, entweder sie erschließt neue Märkte oder sie muss Kapazitäten abbauen. Dabei spielt die Erschliessung internationaler Märkte eine entscheiArbeitskreis Dienstleistungen dende Rolle. Festgestellt wird von nahezu allen Befragten, dass die deutsche Dienstleistungswirtschaft international nicht gut aufgestellt sei. An dieser Stelle wird der Ruf nach Spitzenführerschaften laut oder erfolgreichen international agierenden Betreibermodellen, die z.B. in der Lage wären gemeinsam große Aufträge zu bearbeiten. 4.2 Einschätzungen zur Dienstleistungsinitiative des BMBF Viele der Hoffnungen, die mit den hier beschriebenen Dienstleistungsaktivitäten des BMBF seit 1995 verbunden waren, sind bis heute noch nicht erfüllt, dennoch wird der Ansatz mit seinen Wirkungen von allen als mehr oder weniger erfolgreich bezeichnet. Insbesondere aus Sicht des Projektträgers gab die Initiative„Dienstleistungen für das 21. Jahrhundert“ für die Dienstleistungswirtschaft wichtige Impulse, regte sie zur Eigeninitiative an und setzte wichtige Signale in der Öffentlichkeit. Offen bleibt, welchen Einfluss politische Initiativen tatsächlich für die Wirtschaft haben. Einigen Befragten fällt allerdings auf, dass etliche Ideen von Unternehmen Ähnlichkeit mit dem haben, was in diesen Initiativen verhandelt wurde. Es sei„eine zeitliche Nähe und eine inhaltliche Verwandtschaft“ zu beobachten. Auf alle Fälle gibt es ein großes Interesse an den Ergebnissen, was nicht zuletzt durch die enorm hohe TeilnehmerInnenzahl von rund 500 auf der 5. Dienstleistungstagung des BMBF im Dezember 2003 in Berlin belegt werden kann. Thema war„Erfolg mit Dienstleistungen. Innovationen, Märkte, Kunden, Arbeit“. Für den März 2006 ist die 6. Dienstleistungstagung geplant. Nun gilt es, bisher nur unzureichend bearbeitete Themenfelder auszubauen(u.a. die Gesundheitswirtschaft), neue Forschungsfragen anzugehen(u.a. die Kooperation Produktion-Dienstleistungen), neue Förderfelder zu erschließen(u.a. Exportfähigkeit von Dienstleistungen) und die Langzeitwirkung erfolgreicher Förderfelder zu sichern. 33
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Bestandsaufnahme und Bilanzierung von Dienstleistungsinitiativen des Bundes und der Länder
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