10 besetzt. Die vielleicht wichtigste Oppositionspartei Umma hat sich einer Regierungsbeteiligung verweigert, die oppositionelle Democratic Unionist Party ( DUP) ist mit zwei Vertretern symbolisch an der Macht beteiligt. Den Quotenanforderungen des Friedensabkommens( NCP 52%, SPLM 28%, Nordopposition 14%, Südopposition 6%) wurde damit formal entsprochen. Faktisch hat die islamistische NCP in der neuen Regierung wie im Parlament eine strukturelle Mehrheit. Die stolze Zahl von zwölf Beratern beim Präsidentialamt wirft die Frage auf, ob beim Präsidenten eine Art Schattenkabinett eingerichtet wurde. Unter den Beratern sind so mächtige Personen wie der bisherige Landwirtschaftsminister al Khalifa und der ehemalige Außenminister Osman Ismael. Während mit letzterem sozusagen ein Außenamt im Präsidentenpalast eingerichtet wurde, wurde dem südsudanesischen Außenminister Lam Akol mit Ali Ahmed Kerti ein extremer Hardliner als Staatssekretär zur Seite gestellt. Vorgezogene Wahlen 2007? – Eine neue Phase der Allianzbildung Die nordsudanesischen Oppositions-Parteien( UMMA, Democratic Unionist Party/ DUP, Communist Party) bereiten sich ansatzweise auf die für spätestens 2008 anvisierten Wahlen vor. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Wahlen bereits 2007 durchgeführt werden. Die NCP verspricht sich davon einen leichteren Wahlerfolg, da die Opposition weniger Zeit hat, ihre organisatorischen Defizite aufzuholen. FES-Analyse: Sudan Insgesamt zeichnet sich eine neue Phase der Allianzenbildung ab. Im Juni unterzeichnete die sudanesische Regierung bereits ein Abkommen mit der Oppositionsallianz National Democratic Alliance(NDA). Die wichtigste Partei in der NDA, die DUP, ist mittlerweile mit zwei Ministern der Regierung der nationalen Einheit beigetreten. Die Umma-Partei, die eine Regierungsteilnahme und Mitgliedschaft im Parlament bis jetzt ablehnt, unterzeichnete im Juni 2005 eine gemeinsame politische Charta mit dem vom ehemaligen Religionsführer Hassan el Turabi geführten Popular Congress und anderen Gruppen. Diese Entwicklungen deuten jedoch bestenfalls auf ein neues Arrangement innerhalb des Blocks der islamischen Parteien hin. Die immer wichtigeren regionalen Gruppen aus Darfur und dem Ostsudan werden nicht ins politische System integriert. Ebenso gibt es aus der SPLM bisher kaum Anzeichen, ihre politische Isolation in Khartum mit Hilfe eventueller Bündnisse mit anderen politischen Parteien zu überwinden. Wenn maßgebliche gesellschaftliche und politische Gruppen weiterhin nicht in das politische System integriert werden und das Regime sich einem politischen Wandel weiterhin verschließt, könnte dies zu einer gefährlichen Polarisierung der sudanesischen Politik führen, deren Konsequenzen noch nicht überschaubar sind. In Anberacht der ohnehin fragilen Staatlichkeit wäre dann ein Zerfall des Staates nicht mehr auszuschließen. Der Darfur-Konflikt – Ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht Dass der Sudan seit geraumer Zeit wieder in den internationalen Medien auftaucht, ist weniger dem Nord-Süd-Friedensprozess zu verdanken, als vielmehr einer Reaktion auf den„neuen“ Krieg in Darfur im Westen des Landes. Das internationale Bild des Sudan ist von der Darfur-Krise bestimmt. Die Eskalation der schon lange existierenden Konflikte in Darfur im Jahr 2003 ist im direkten Zusammenhang mit dem Friedensprozess zwischen der Regierung und der SPLM zu sehen. Der IGAD Ansatz, neben diesen beiden Akteuren keine weiteren Verhandlungsparteien zuzulassen, war verhandlungstechnisch sinnvoll, ließ jedoch die politischen Realitäten außer Acht: Denn nicht nur der Süden, sondern im Grunde alle Regionen des Sudan sind politisch und ökonomisch marginalisiert und von der Teilhabe politischer Macht im Sudan ausgeschlossen. Die SPLM/A hat genau diese Teilhabe durch den bewaffneten Kampf erreicht. Dieser Umstand war ein eindeutiger Anreiz, auch in Darfur zu den Waffen zu greifen, und ist weiterhin ein Anreiz in anderen sudanesischen Regionen, mit Waffengewalt der Marginalisierung entgegen zu treten.
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