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Kuba in der Nach-Fidel-Ära
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FES-Analyse: Kuba In der Folge dieses Bündnisses, in dem Kuba unter anderem umfangreiche Öllieferungen aus Venezuela im Tausch gegen medizinische Produkte sowie die Entsendung von Tausenden von Ärzten und Lehrern erhält, konnte die Regierung rasante Wachstumsraten vorweisen, ohne dafür auf marktwirtschaftliche Re­formschritte angewiesen zu sein. Unter Fidel führte dies zu einer Rezentralisierung und Re­ideologisierung der Wirtschaft, wie sie in der Batalla de Ideas ihren offensten Ausdruck fand. Was bedeutet diese Rückschau nun für den zu erwartenden Kurs unter Raúl Castro? Die Reformmaßnahmen der 1990er Jahre waren aus der Not geboren(und wurden von Fidel Castro in seiner Erklärung zur Legalisierung des US-Dollars auch explizit als Maßnahmen, die uns zuwider sind, charakteri­11 siert). Das entscheidende Reformargument war damals, dass einWeiter-so nicht mehr ging, weil es die politische Macht zu gefährden drohte. Ein derartiger Antrieb fehlt derzeit. Auch wenn das von Havanna für 2005 gemeldete Wirtschaftswachstum von satten 11,8% in dieser Höhe fraglich ist, da Kuba seit kurzem das Bruttoninlandsprodukt aufgrund einer neuen, von den internationalen Standards abweichen­denen Methode berechnet, so steht die grundsätzliche Tendenz der Erholung außer Frage. Auch im Alltags­leben der Bevölkerung mag die Situation zwar in vie­lem noch immer unbefriedigend sein, aber sie ist mei­lenweit entfernt von der Notsituation nach 1989. Rou­tine, nicht Verzweiflung prägt heute den kubanischen Alltag. Kubas Außenhandel 2001-2006 14000 12000 10000 8000 6000 Einfuhren(in Mio US$) Ausfuhren(in Mio US$) 4000 2000 0 2001 2002 2003 2004 2005 2006 Quelle: Economist Intelligence Unit Country Report Cuba, November 2006, S. 5; 2004-2006 EIU-Schätzwerte Anmerkung: Die hohe Differenz zwischen Warenimport und-export wird im Wesentlichen durch Kubas Überschuss in der Dienstleistungsbilanz(insbesondere Tourismus und medizinische Dienstleistungen) sowie durch Transfers(Überweisungen der Auslandskubaner) ausgeglichen.