14 gentinien, bei dem das südamerikanische Integrationsbündnis neben seinen Vollmitgliedern Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay auch Venezuela aufnahm – und an dem Fidel Castro als Gast teilnahm. Dem zweiten, dem Gipfel der Blockfreien Staaten im September in Kuba, konnte Fidel Castro dann nicht mehr beiwohnen. Gleichwohl wurde Kuba für die kommenden drei Jahre der Vorsitz der von vielen schon totgesagten Blockfreien-Bewegung gewählt, die bei ihrem Treffen ein international viel beachtetes Forum für radikale Wortführer wie Chávez oder Irans Präsident Ahmadinedschad bot. FES-Analyse: Kuba Als zunehmend wichtiger Wirtschaftspartner Kubas erweist sich darüber hinaus die Volksrepublik China. 2005 stieg der Handel mit Venezuela um 9% an, der mit China um 24%. Venezuela ist mit 22% Anteil inzwischen Kubas wichtigster Handelspartner, China erreicht inzwischen aber auch beachtliche 10%. Zudem bietet China Kuba relativ unkomplizierte Kreditlinien zu günstigen Bedingungen, die kombiniert mit der Unterstützung Venezuelas der Insel derzeit ein bemerkenswertes Maß an Unabhängigkeit vom kapitalistischen Finanzmarkt geben. Aus dem Norden nichts Neues? Es steht mittelfristig zu erwarten, dass mit dem Abtritt der Symbolfigur Fidel Castros im außenpolitischen Establishment der USA die Stimmen für eine pragmatischere Kuba-Politik lauter werden. Dies wird bislang jedoch noch von der Kontinuität der kompromisslosen Konfrontationspolitik überschattet. Noch kurz vor Fidels„vorläufiger“ Übergabe der Amtsgeschäfte an Raúl Castro hat die von der Bush-Regierung eingesetzte Commission for Assistance to a Free Cuba(CAFC) am 10. Juli ein zentrales Leitlinien-Dokument veröffentlicht, das gemeinhin als Erfolg der Hardliner gelesen wurde. In seinen Empfehlungen formuliert der Bericht vier Pfeiler der USKuba-Politik: • die Aufstockung der Finanzhilfen an die Opposition auf der Insel sowie von externen Initiativen zur Demokratisierung Kubas; • das„Durchbrechen der Informationsblockade“ des Regimes, sprich: eine Fortführung und Aufstockung der Mittel für die von den USA betriebenen Sender Radio und TV Martí; • verstärkten diplomatischen Druck auf Drittstaaten, um andere Länder in die„Koalition zur Unterstützung der demokratischen Transition in Kuba“ einzubinden; und • die Fortführung und auch Ausweitung der ökonomischen Sanktionspolitik, einschließlich des Plädoyers für eine„kraftvolle Durchsetzung“ der Bestimmungen des 1996 verabschiedeten HelmsBurton-Gesetzes, das Kuba-Investoren aus Drittstaaten mit Vergeltungsmaßnahmen droht. Hinzu kommt ein Anhang, der zwar erwähnt wird, aber„aus Gründen der nationalen Sicherheit und der effektiven Umsetzung“ strengster Geheimhaltung unterliegt – ein weites Feld für Spekulationen aller Art über militärische und geheimdienstliche Szenarien und ein gefundenes Fressen für die PR-Abteilung der kubanischen Regierung, die dies als Beleg für die fortgesetzte Bedrohung durch die USA wahrlich ausschlachten konnte. Der bevorstehende Abtritt Fidel Castros wird von dem Bericht in dem Sinne antizipiert, dass explizit„transition, not succession“ als Marschbefehl ausgegeben wird. Nur eine Regierung, die offen den Übergang zu Mehrparteiendemokratie und Marktwirtschaft anstrebt, kann auf Unterstützung aus den USA hoffen; eine Nachfolgeregelung innerhalb des Systems gilt eher als strafverschärfend und als keineswegs unterstützenswert. Bereits das Helms-Burton-Gesetz hatte festgeschrieben, dass jegliches von den USA akzeptierbare„transition government“ weder Fidel noch Raúl Castro einbeziehen dürfe. In der Tat haben die USA seit 2004 eine Reihe von Durchführungsbestimmungen der Sanktionsgesetze spürbar restriktiver angewandt. So stieg die Zahl der angestrengten Verfahren wegen Verstößen gegen das Reiseverbot nach Kuba auf 500 im Jahr 2005; Ausnahmeregelungen für Akademiker oder religiöse Gruppen werden zunehmend verweigert. Die kubano-amerikanische Community selbst zeigt sich inzwischen erheblich heterogener als noch vor einigen Jahren. Insbesondere die erst seit den 1990er Jahren in die USA gekommenen Migranten erweisen sich in allen Umfragen als sehr viel weniger unversöhnlich als das„historische“ Exil. Sanktionen etwa, die die Überweisungen
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