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Arbeitswelt 2030 : Thesenpapier des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung
Entstehung
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4 j~å~ÖÉêâêÉáë=ÇÉê=cêáÉÇêáÅÜJbÄÉêíJpíáÑíìåÖ Kapitel 1 Der Arbeitsmarkt ein Sorgenkind Schlüsselthema für die Politik Unsere Gesellschaft ist eine Arbeitsgesellschaft. Jeder Mensch bleibt zunächst für sich selbst verantwortlich. Er muss durch eigene Arbeit ausreichendes Einkommen erwirtschaften können für den Konsum, für seine Altersvorsorge oder für Vermögensbildung. Der Sozialstaat korrigiert die marktwirtschaftliche Einkommensverteilung mit Instrumenten wie der progressiven Einkommensteuer und bietet Absicherung gegen Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Pflegebedürftigkeit sowie Einkommen im Alter. Dabei werden die sozialen Versicherungen durch einkommensorientierte Beiträge finanziert. Vor allem Arbeit ermöglicht Selbstverwirklichung: Arbeit verschafft Respekt und Anerkennung. Dementsprechend hat der Arbeitsmarkt noch vor anderen Märkten wie für Kapital, Energie oder Wohnungen die größte Bedeutung für das persönliche Leben und die Lebensökonomie der Menschen. Nicht nur wegen der hohen Sensibilität, mit der alle Veränderungen am Arbeitsmarkt zu rechnen haben, sondern auch wegen des hohen Ranges für den Einzelnen und für die wirtschaftliche Entwicklung bleiben seine Organisation und seine Regulierung ein Schlüsselthema für die Politik. Arbeitsmarktpolitik wurde zusätzlich bedeutsamer, weil in den vergangenen 30 Jahren die Arbeitslosigkeit dauerhaft ein untragbares Niveau erreichte und die strukturelle Arbeitslosigkeit in Form von Langzeitarbeitslosigkeit trotz aller Bemühungen, Programme und Anpassungen zu hoch geblieben ist. Politisch wurde aus dem arbeitsparenden technischen Fortschritt und der zähen Arbeitslosigkeit vielfach gefolgert:Uns geht die Arbeit aus. Tatsächlich kann die Arbeit nicht ausgehen, da Güter und Leistungen ökonomisch knapp bleiben. Allerdings gehen uns, wie die Statistiken zeigen, die Arbeitsplätze unter deutschen Bedingungen, vor allem regional konzentriert, in viel zu hohem Umfang aus. Wir erleben ein zu schwaches Nieveau der Arbeitsnachfrage sowie permanente Diskrepanzen zwischen der Struktur der Nachfrage und der Struktur des Angebots am Arbeitsmarkt. Die Agenda 2010 hat eine erstaunliche Ausweitung der Zahl der Arbeitsplätze in der Größenordung von 1,5 Millionen während des Konjunkturaufschwungs bis 2008 hervorgebracht. Dieser Schub neuer Arbeitsplätze erzeugte gleichzeitig einen Wachstumsschub. Jede erfolgreiche Arbeitsmarktpolitik, die dazu beiträgt, die Zahl der Arbeitsplätze und der Erwerbstätigen zu erhöhen, bringt automatisch Wachstum hervor. So gesehen war die Agenda 2010 auch ein erfolgreiches Wachstumsprogramm. Auf der Tagesordnung der Politik bleiben weiterhin Maßnahmen gegen den hohen Sockel der Arbeitslosigkeit, den wir aus der Vergangenheit mitgeschleppt haben. Die in drei Jahrzehnten entstandenen Defizite werden erst in längeren Fristen völlig abgebaut werden können. Ein einziger Konjunkturzyklus mit einem wieder arbeitsintensiveren