^êÄÉáíëïÉäí=OMPM 13 Kapitel 3 Der Arbeitsmarkt der Zukunft 3.1 Soziale Mobilität Was Menschen im realen Leben als gerecht empfinden, ist stark davon beeinflusst, welche Position sie im Hinblick auf zentrale Lebensbereiche wie Gesundheit, Begabung und Wohlstand einnehmen. Jeder Eingriff in die gesellschaftliche Ordnung erzeugt zwangsläufig Gewinner und Verlierer, was einen gesellschaftlichen Konsens auf der Grundlage der real verteilten Wohlfahrtspositionen praktisch ausschließt. Dies gilt auch für Soziale Sicherungssysteme als einer der wichtigsten Formen eines Gesellschaftsvertrags. Die Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit bedeutet im Rawls’schen 1 Sinne die Einigung auf einen Gesellschaftsvertrag, auf den sich die Gesellschaftsmitglieder hinter einem fiktiven Schleier der Ungewissheit verständigen würden. Die von Rawls bemühte Fiktion des Schleiers der Ungewissheit liefert ein Prinzip zur Herstellung von gesellschaftlichem Konsens, indem es von der konkreten Betroffenheit abstrahiert. Die zentrale Frage lautet, wieviel Eingriff in die persönliche Freiheit jemand im Interesse der Sozialen Sicherheit bereit wäre zuzulassen, wenn er oder sie noch nicht weiß, welches Schicksal ihm bzw. ihr im wahren Leben bevorsteht. Ungleichheit ist dabei legitim, solange Chancengleichheit erhalten bleibt und diese Ungleichheit den sozial am schlechtesten Gestellten den relativ größten Vorteil erbringt. Einer Gesellschaft, die auf Gleichheit im Ergebnis ausgerichtet ist, fehlt es an Leistungsansporn und damit einer fundamentalen Voraussetzung für Wachstum und Wohlstand. Sie kann demnach ungerecht sein, wenn es im Extremfall allen schlechter geht als den sozial am schlechtesten Gestellten in einer leistungsorientierten Gesellschaft. Soziale Gerechtigkeit bedeutet daher in allererster Linie Chancengleichheit. Dies wiederum bedeutet, dass Menschen aufgrund sozialer Herkunft, Religion, ethnischer Zugehörigkeit oder Geschlecht weder an ihrer Entfaltung gehindert werden dürfen, noch Privilegien für sich beanspruchen können. Der Schlüssel zur Entfaltung der eigenen Fähigkeiten liegt im Erwerb von Bildung. Das bestehende Bildungssystem aber bleibt weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Dies wiegt umso schwerer als ein immer größer werdender Teil von Familien den Anforderungen an Erziehung und steigende Konsumansprüche nicht mehr gewachsen scheint. Solche Probleme lassen sich nicht durch das Propagieren ideologischer Wunschvorstellungen lösen, sondern nur durch familienunterstützende Dienstleistungen. Die Anlage zur Lust am Lernen und die Fähigkeit zum Lernen werden in der Frühkindheit erworben. Chancen, die in dieser Phase verpasst werden, lassen sich später kaum noch kompensieren und schränken die Aufstiegsmobilität in späteren Jahren immens ein. Für Der Schlüssel liegt im Erwerb von Bildung 1 John Rawls, qÜÉçêáÉ=ÇÉê=dÉêÉÅÜíáÖâÉáí. Suhrkamp, Frankfurt 1975.
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Arbeitswelt 2030 : Thesenpapier des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung
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