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Arbeitswelt 2030 : Thesenpapier des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung
Entstehung
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^êÄÉáíëïÉäí=OMPM 9 Auswirkungen des organisatorischen Wandels sind in der Tat als ebenso fundamental einzustufen. Die industrielle Revolution ebnete der Massenproduktion durch Taylorisierung den Weg. Sie ging einher mit einer strengen Hierarchisierung von Unternehmensstrukturen und einer Polarisierung zwischen Unternehmensleitung und Belegschaft. Spätestens seit Ende der 1980-er Jahre vollzieht sich jedoch ein beinahe unmerklicher Wandel von Unternehmensstrukturen und Arbeitsbeziehungen. Die Triebkraft für diesen Wandel ist in dem wachsenden Bedarf nach kundenorientierten Produkten zu sehen. Der technische Fortschritt hat Bedürfnisse geweckt und ermöglicht, die früher allenfalls für privilegierte Schichten zugänglich waren. Kunden wollen Produkte, die sie von anderen Kunden unterscheiden. Mit standardisierter Massenproduktion lassen sich diese Bedürfnisse nicht mehr befriedigen. Eine weitere Triebfeder ist im zunehmenden Wettbewerb zu sehen, der die immer weitere Ausdifferenzierung der angebotenen Produkte und Dienstleistungen vorantreibt. Organisatorischer Wandel bedeutet die Verlagerung von zentral gesteuerter Verantwortung auf dezentral operierende Einheiten. An die Stelle strenger Hierarchien treten Teamstrukturen, an die Stelle von Handlungsanweisungen treten Zielvereinbarungen. Auch die Entlohnungsformen passen sich diesem Wandel an: Ein zunehmender Teil der Gehaltszahlungen gründet sich auf erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile, was dem Begriff Mitarbeiter eine ganz neue Bedeutung verleiht. Diese Veränderungen der innerbetrieblichen Strukturen erhöhen den organisatorischen Aufwand. Dies stellt insbesondere für große Unternehmen eine Herausforderung dar. Für sie stellt sich deshalb die Frage, ob es hinsichtlich der Unternehmensgröße eine kritische Schwelle in Relation zum organisatorischen Aufwand gibt. Für den einzelnen Arbeitnehmer bedeutet dies eine neue Form der Verantwortung bis auf die untersten Ebenen der Hierarchie. Er trägt mit seinem Handeln unmittelbarer als früher zum Wohl und Wehe seines Unternehmens bei. Arbeitnehmer müssen daher lernen, unternehmerisch zu denken und zu handeln. Verantwortung übernehmen zu müssen, empfinden viele Menschen allerdings als unbequem. Es bedeutet, den Job nicht beim Verlassen des Werkstors oder des Büros zu vergessen, sondern ihn gedanklich mit nach Hause zu nehmen. Es bedeutet, sich in seiner Freizeit möglicherweise mit der Aneignung von Fachwissen zu beschäftigen oder sich Gedanken über Lösungen von betrieblichen Problemen zu machen. Verantwortung wird verlagert 2.3 Individualisierung und Flexibilisierung Der Arbeitsmarkt ist in ein Geflecht von ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Beziehungen eingebunden. Gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Trends spiegeln sich daher in Veränderungen der Arbeitswelt wider, die wiederum Rückwirkungen auf die anderen Systeme entfalten. Die politische Aufgabe kann darin gesehen werden, den Regelrahmen so zu setzen, dass sich die vielfältigen Veränderungen produktiv ergänzen. Die Weichen wären also so zu stellen, dass die gesellschaftliche Wohlfahrt gemehrt wird und möglichst wenige Personen auf der Verliererseite stehen. Der Wandel der Arbeitswelt geht eng einher mit einem Wandel der Lebensformen. Das klassische jahrhundertealte Modell der Familie, das aus männlichem Alleinernährer, Hausfrau