Druckschrift 
Arbeitswelt 2030 : Thesenpapier des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung
Entstehung
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^êÄÉáíëïÉäí=OMPM 17 gewichtete Zuwanderungspolitik würde auch die Chancen der nachfolgenden Einwanderer­Generationen erhöhen. Schließlich muss eine für die Wirtschaftsentwicklung optimale Zuwanderung von Maßnahmen begleitet werden, die auf die dauerhafte gesellschaftliche Integration der Menschen zielen. Denn sie ist Grundbedingung für eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration, die wiederum langfristig positiv zum wirtschaftlichen Wachstum sowie zur Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme beitragen kann. 3.5 Neue Qualität der Sozialpartnerschaft Der traditionelle Gegensatz zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern verliert im Zuge des organisatorischen Wandels an Kontur. Gewerkschaften haben es zunehmend mit Arbeitnehmern zu tun, die sich Unternehmensinteressen zu eigen machen und im Zuge der fortschreitenden Privatisierung der Altersvorsorge als Kapitaleigner in Erscheinung treten. Solche Arbeitnehmer stehen traditionellen Instrumenten zur Durchsetzung von Interessen wie Massenstreiks eher skeptisch gegenüber, weil deren Nutzen für den einzelnen Arbeitnehmer nicht mehr eindeutig zu bestimmen ist. Der alte Gegensatz zwischen Arbeit und Kapital, der den Gewerkschaften seit ihrem Bestehen die Berechtigung und Grundlage ihrer Existenz geliefert hat, löst sich auf. Der Bedarf für Interessensvertretung geht damit zwar nicht verloren, aber für die Gewerkschaften bedeutet dies den Zwang zu einer Neuorientierung ihrer Machtstellung. Wie diese Neuorientierung aussehen kann, ist offen. Eine Strategie zur Sicherung von Arbeitnehmerbindung könnte darin bestehen, sich zu einer Art exklusiver Serviceeinrichtung für die Mitglieder zu entwickeln. In skandinavischen Ländern existiert dies beispielsweise in Form einer Arbeitslosenversicherung, die nur Gewerkschaftsmitgliedern zugänglich ist. In Deutschland ist dafür aber vermutlich weniger Raum, weil vieles von dem, was Gewerkschaften an Serviceangeboten unterbreiten könnten, von staatlicher Seite zur Verfügung gestellt wird. Diese Errungenschaften sind in hohem Maße der gewerkschaftlichen Interessensvertretung in der Politik zuzuschreiben. Das Ergebnis ist aber nicht ihr Vorteil, sondern ihr Risiko. Denn je besser es den Gewerkschaften gelingt, den Staat in die Verantwortung für Arbeitnehmerinteressen zu zwingen, desto stärker treten sie damit unwiderruflich ihre eigentliche Macht an die Politik ab. Serviceeinrich­tungen für die Mitglieder