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Arbeitswelt 2030 : Thesenpapier des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung
Entstehung
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8 j~å~ÖÉêâêÉáë=ÇÉê=cêáÉÇêáÅÜJbÄÉêíJpíáÑíìåÖ Arbeitsangebot: Qualifikations­niveau und Bildungs­stagnation Die deutsche Wirtschaftsstruktur dürfte künftig noch stärker durch die Produktion hochwertiger Güter sowie durch komplementäre Dienstleistungen gekennzeichnet sein. Auch die Bedeutung privater, haushaltsbezogener Dienstleistungen dürfte weiter zunehmen. Aus diesen strukturellen Veränderungen leiten sich steigende Qualifikationsanforderungen der Betriebe ab. Dem steigenden Bedarf an gut qualifizierten Arbeitskräften mit Hoch- oder Fachhochschulabschluss steht eine sinkende Nachfrage nach Personen mit geringer Qualifikation gegenüber. Die quantitative Besetzung der Altersstufen sowie deren Qualifikationsniveau deuten darauf hin, dass die zukünftig ausscheidenden Arbeitskräfte nicht nur in Zahl, sondern auch in Qualifikation kaum adäquat zu ersetzen sein werden. In den besonders stark besetzten mittleren Altersgruppen finden sich überdurchschnittlich viele hoch qualifizierte Personen. Die 50- bis 64-jährigen werden 2015 die am besten qualifizierte Altersgruppe sein. Um einen ausreichenden Ersatz dieser Altersgruppe zu gewährleisten, müssten sich die nachrückenden geburtenschwachen Jahrgänge besser qualifizieren als heute. Die Bildungsstagnation seit den 90-er Jahren muss dauerhaft überwunden werden. Wenn die Zahl der Jüngeren wie prognostiziert um rund ein Drittel abnimmt, dann müsste der Anteil der Studierenden um mehr als 40 Prozent steigen, um die Zahl der Fachhochschul- und Hochschulabsolventen konstant zu halten. Statt der derzeit rund 38 Prozent müssten demnach über 50 Prozent eines Altersjahrgangs das Abitur machen und erfolgreich studieren. Aus der Qualifikationsstruktur der Erwerbsbevölkerung und aus dem Qualifikationsbedarf der Unternehmen ergeben sich damit zwei gegenläufige, aber gleichermaßen ungünstige Szenarien: Erstens besteht das Risiko eines Mangels an qualifizierten Arbeitnehmern, der betriebliche Aktivitäten behindern und das volkswirtschaftliche Wachstum hemmen könnte. Zweitens wird die Nachfrage nach weniger qualifizierten Arbeitskräften weiter zurückgehen, obwohl unvermindert viele junge Menschen ohne entsprechenden Abschluss auf den Arbeitsmarkt drängen. Dieser Personenkreis wird es dann noch schwerer haben und möglicherweise nur noch die Ränder des Arbeitsmarktes besetzen können. Bei der Interpretation von Arbeitsmarktprojektionen auf der Angebots- und Nachfrageseite ist zu beachten, dass sie Szenarien unter Status-Quo-Bedingungen abbilden. Sie verfolgen also nicht das Ziel, die Zukunft in Form einer unbeeinflussbaren Entwicklung vorherzusagen. Vielmehr wirken sie wie ein Frühwarnsystem, indem sie auf Entwicklungstendenzen und Herausforderungen aufmerksam machen. Fazit: Für Deutschland lassen sich diese Herauforderungen in der Schrumpfung, der Alterung und der qualifikatorischen Entwicklung der Erwerbsbevölkerung sowie in den Passungsproblemen mit betrieblichen Qualifikationsanforderungen erkennen. Diese Erkenntnisse können frühzeitig in politische Entscheidungsprozesse eingehen, um absehbare Probleme vermeiden zu helfen. DieSelbstzerstörung der Projektionen kann also geradezu erwünscht sein. 2.2 Organisatorische Revolution Neben dem strukturellen Wandel ist die Arbeitswelt von einem tiefgreifenden organisatorischen Wandel geprägt, ein Prozess der von manchen in bewusster Anspielung auf die industrielle Revolution als organisatorische Revolution bezeichnet wird. Die