^êÄÉáíëïÉäí=OMPM 15 Ein arbeitsmarktpolitisches Gesamtkonzept war in der politischen Debatte die Ausnahme; Versuche, mit der Forderung nach„guter Arbeit“ und existenzsichernden Mindestlöhnen auf die Verwerfungen der Arbeitsnachfrage ordnungspolitisch zu reagieren, wirken eher hilflos. So sehr Flexicurity Fachdebatten befruchtet: eine substanzielle Lockerung des Kündigungsschutzes wäre in Deutschland nach wie vor ein Tabubruch. So überrascht der Zusammenhang von Langzeitarbeitslosigkeit und Kündigungsschutz im internationalen Vergleich nicht. Die Verstetigung der Kernbeschäftigung wird mit der Verlangsamung neuer Einstellungen in einem Aufschwung erkauft. Würde der Bypass Zeitarbeit re-reguliert, wäre dies gleichbedeutend mit höherer Arbeitslosigkeit – ähnlich wie ein überhöhter Mindestlohn. Dabei darf nicht unterschlagen werden, dass die Flexibilisierung internationaler Arbeitsmärkte zu Lohnspreizung und segmentierten Arbeitsmärkten führen kann. Das immer noch hohe Maß der Schwarzarbeit belegt, dass sich Nachfrage und Angebot im Zweifelsfall Wege bahnen, die der Gesetzgeber nicht vorgesehen hat. Besser ist also: Flexicurity! Langzeitarbeitslosigkeit und Kündigungsschutz 3.3 Faktormanagement Personal Ist der Mangel an Fachkräften, an Exzellenz in Management, Forschung und Entwicklung ein strukturelles deutsches Problem? Ganz so groß kann es nicht sein, wenn das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung(DIW) der deutschen Wirtschaft bescheinigt: • Deutschland überholt die USA in wissensintensiven Branchen bei der Wertschöpfung; • Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte Forschungsstandort für multinationale Unternehmen. Ein besonderes Problem bleibt dagegen der Ingenieurmangel der deutschen Industrie und industrienaher Dienste. Im April 2008 standen rund 23.000 arbeitslosen Ingenieuren 95.000 offene Stellen gegenüber. Besonders im mittleren qualifikatorischen Segment technischer Berufe hat die deutsche Wirtschaft weniger ein Nachwuchs- als ein Weiterbildungsproblem. So gab es 2007 nur 28.000 Verträge„kooperativer Ingenieurausbildung“. Offensichtlich passen aber deutsche Studienanfänger ihre Studienwahl inzwischen dem Bedarf an: Im Wintersemester 2007-08 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts 11 Prozent mehr Studienanfänger für Maschinenbau eingeschrieben als im Vorjahr. Der deutsche Arbeitsmarkt ist durch eine Unterausschöpfung des Potenzials von Frauen, von alten und jungen Menschen gekennzeichnet. Gelingt es, die Ausbildungszeiten zu straffen, die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu erhöhen und die Lebensarbeitszeit zu verlängern, wäre das Problem der demographischen Entwicklung weitgehend gelöst. Hinzu kommt die Einwanderung, die nach dem Vorbild klassischer Einwanderungsländer höher Qualifizierte bevorzugen muss. Davon sind wir weit entfernt: Die EU nimmt 85 Prozent der ungelernten Immigranten auf, die Vereinigten Staaten ziehen demgegenüber 55 Prozent der Hochqualifizierten an. Ingenieurmangel der deutschen Industrie
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Arbeitswelt 2030 : Thesenpapier des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung
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