^êÄÉáíëïÉäí=OMPM 7 Kapitel 2 Die Megatrends der Arbeitswelt 2.1 Demographischer Wandel Das Erwerbspersonenpotenzials – also die Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 64 Jahren – befindet sich schon jetzt mitten in einem umfassenden demographischen Wandel. Schreibt man diesen Trend für die Zukunft fort, lassen sich zwei Entwicklungen unterscheiden. Während zunächst die Alterung der Gesellschaft im Vordergrund steht, ist langfristig eine Abnahme des Erwerbspersonenpotenzials zu erwarten. Voraussichtlich wird das Potenzial der Erwerbspersonen im Jahr 2050 mit 36 Millionen Menschen um knapp 9 Millionen unter dem Wert von 2006 liegen. In den ostdeutschen Bundesländern ist mit einem besonders starken Rückgang zu rechnen. Voraussichtlich wird sich dort die Zahl der Erwerbspersonen mehr als halbieren. Neben dem Renteneintritt geburtenstarker Jahrgänge ist diese Entwicklung vor allem auf die geringe Geburtenrate zurückzuführen. Nimmt man eine stabile Bevölkerungszahl als Orientierungspunkt, so bräuchte Deutschland dauerhaft 50 Prozent mehr Geburten, damit die Bevölkerung langfristig nicht schrumpft. Die seit einigen Jahren zu beobachtende Alterung der Gesellschaft wird sich auch in Zukunft fortsetzen. Die Jahrgänge ab 1957 sind stark besetzt und mit den 1964 Geborenen wird im Jahr 2014 der geburtenstärkste Jahrgang in die Gruppe der über50-jährigen einmünden. Die Zahl der Jüngeren sinkt hingegen. Hält man die Erwerbsquoten und die Altersstruktur der Bevölkerung konstant, so zeigt sich, dass allein die Verschiebung der Altersstruktur das Erwerbspersonenpotenzial bis zum Jahr 2020 um 1,4 Millionen Personen reduziert. Diese Trends auf der Arbeitsangebotsseite können allerdings in Abhängigkeit von den Modellannahmen sowie von institutionellen Rahmenbedingungen variieren. Dies zeigt sich beispielsweise an der Einführung der Rente ab 67, die dazu führt, dass dem Arbeitsmarkt im Jahr 2030 nach einer vorsichtigen Schätzung 1,2 Millionen zusätzliche Erwerbspersonen zur Verfügung stehen werden. Auch die Annahmen über Wanderungsbewegungen machen einen Unterschied. Bei einem um 100.000 Personen höheren Wanderungssaldo wird das Erwerbspersonenpotenzial im Jahr 2030 um zwei, im Jahr 2050 sogar um vier Millionen Menschen höher erwartet. Je nach Struktur der zusätzlichen Einwanderer würden sich zudem Effekte ergeben, die die Alterung der Bevölkerung abschwächen. Bis zum Jahr 2020 prognostizieren Modellrechnungen zunächst einen Anstieg der Erwerbstätigenzahlen um gut 1,7 Millionen. Im Zuge dieser Entwicklung ist zu erwarten, dass die Unterbeschäftigung im Jahr 2020 in Relation zum Arbeitskräfteangebot deutlich sinkt. Dies erfordert aber, dass der künftige Arbeitskräftebedarf nicht nur quantitativ, sondern auch qualifikatorisch gedeckt werden kann. Hieran bestehen jedoch nach den bisherigen Trends erhebliche Zweifel: Alterung und Schrumpfung Bereits heute alterndes Erwerbspersonenpotenzial
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Arbeitswelt 2030 : Thesenpapier des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung
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