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Arbeitswelt 2030 : Thesenpapier des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung
Entstehung
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14 j~å~ÖÉêâêÉáë=ÇÉê=cêáÉÇêáÅÜJbÄÉêíJpíáÑíìåÖ Kinder, deren Eltern dies wollen und brauchen, muss eine möglichst früh beginnende und erschwingliche Ganztagsbetreuungsangebot angeboten werden. Nach wie vor scheitern zu viele Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund schon in der Grundschule an Sprachhürden. Hinzu kommt, dass Kinder aus sozial schwachen Schichten außerhalb der Schule häufiger sich selbst überlassen sind, was fatale Folgen für ihre Sozialisation und ihre späteren Erwerbschancen hat. Das Ganztagsbetreuungsangebot muss in der flächendeckenden Bereitstellung von Ganztagsschulen seine logische Fortsetzung finden. Dies dient zugleich der Integration. Die Durchlässigkeit des Bildungssystems muss erhöht werden. Bislang hindert es sozial Benachteiligte selbst bei Gebührenfreiheit des Studiums am möglichen Aufstieg. Stattdessen begünstigt es sozial Privilegierte, unter anderem deshalb, weil die Entscheidung für oder gegen den Besuch einer weiterführenden Schule zu früh getroffen werden muss und nahezu unumkehrbar ist. Der Zugang zum Studium sollte auch durch alternative Befähigungsnachweise zur allgemeinen Hochschulreife ermöglicht werden. Flexibilität und Sicherheit 3.2 Flexicurity In der Arbeitsmarktpolitik sind drei ordnungspolitische Modelle maßgeblich: angelsächsisch(USA, Großbritannien): marktorientiert, gering reguliert kontinentaleuropäisch(Deutschland, Frankreich): hohe Regulierung, hohes Niveau von Einkommensleistungen nordeuropäisch(Niederlande, Dänemark, Schweden): geringe Regulierung, hohe Einkommensleistungen. Flexicurity ist die treffende Bezeichnung für die Kombination von Flexibilität und sozialer Sicherheit. Jede Nation wählte eine andere Kombination von Instrumenten: Während Dänemark den Kündigungsschutz bei hohen Lohnersatzleistungen nahezu abschaffte, verbanden die Niederlande ihn mit einer extremen Flexibilisierung der Arbeitszeit. Im niederländischen Bündnis für Arbeit wurde der Gegensatz von Inflexibilität der Kernbelegschaften und Unsicherheit der Randbelegschaften in den 1980-er Jahren schrittweise überwunden. Anders als in Dänemark und den Niederlanden haben die Reformen der Agenda 2010 in Deutschland, einen signifikanten Beschäftigungsaufbau ermöglicht ohne andere Sozialsysteme zu belasten. In der deutschen Arbeitsmarktpolitik fanden interne Flexibilisierungen vor allem der Arbeitszeit weitgehend Akzeptanz, um den Arbeitsmarkt im Konjunkturverlauf atmen zu lassen. Der Kündigungsschutz dagegen genießt sozialpolitischenVerfassungsrang seine behutsamen Deregulierungen waren hoch umstritten und selten von Dauer. Die Deregulierung des Beschäftigungsverhältnisses beschränkte sich in Deutschland weitgehend auf die Randphänomene der befristeten Beschäftigung Älterer oder Junger, der Zeitarbeit und der Bekämpfung unechter Selbstständigkeit. Mit den Reformen der Agenda 2010 wurden wertvolle Fortschritte erzielt, auch wenn einzelne aktionistische Vorschläge darunter waren. Wo die Reformen besonders wirksam waren wie etwa bei der zeitlichen Begrenzung des Arbeitslosengeldes wurden sie jedoch teilweise als sozial unzumutbar wieder zurückgenommen.