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Quo vadis, Japan? : Sicherheitspolitik zwischen Washington, Peking - und Europa?
Entstehung
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Macht kommen, dürfte das Engagement Euro­pas für Menschenrechte und liberale Demokra­tie erheblich schwinden. Stattdessen wäre eine Politik denkbar, die Autokrat_innen gegenüber offener ist. Das Ergebnis wäre eine deutlich weniger kalkulierbare Weltordnung. Und Japan? Premierministerin Sanae Takaichi, die im Okto­ber 2025 ihr Amt antrat und im Februar 2026 bei den Unterhauswahlen bestätigt wurde, sicherte ihre Position unter anderem durch ­eine harte Haltung gegenüber Immigration und Ausländer_innen sowie gegenüber China. In dieser Hinsicht weist die politische Situation in Japan Parallelen zu Trends in Europa und den USA auf. Was die Sicherheitslage und Allianzen angeht, wird Japan voraussichtlich seine Verteidigungs­kapazitäten weiter ausbauen und eine härtere Politik gegenüber China verfolgen. Durch die Vertiefung der militärischen Zusammenarbeit mit den USA und der Suche nach weiteren Ver­teidigungskooperationen mit gleichgesinnten Partnern in Südostasien, Europa und anderen Weltregionen will Tokio eine westlich geprägte Sicherheitsarchitektur stärken und damit China entgegenwirken. Offen ist jedoch, wie Japan mit den rasanten Veränderungen der internationalen Ordnung umgehen wird. Es ist unklar, ob die USA Japan im Falle eines bewaffneten Konflikts tatsäch­lich verteidigen würden. Viele südostasiatische Staaten verhalten sich neutral oder tendieren bereits zu China. Auch ist fraglich, ob Europa im Krisenfall Streitkräfte um die halbe Welt schicken würde, um Japan beizustehen. Daher dürfen Bemühungen um eine Entspannung in den Beziehungen zu China dessen Wirt­schaftsleistung bereits fünfmal so groß ist wie die Japans nicht vernachlässigt werden. Diplomatie bleibt ein zentrales Mittel, um den Frieden in Ostasien zu wahren. 18 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.