16 seinen Nachfolger Abdullah. Da der jetzige Amtsinhaber und die potenziellen Nachfolger aus seiner Generation deutlich über 70 oder gar 80 Jahre alt sind, wird allerdings abzuwarten FES-Analyse: Saudi-Arabien sein, ob der zu erwartende Machtübergang auf jüngere Generationen ähnlich reibungslos vonstatten gehen wird. Neue Rolle in der internationalen Energiepolitik absehbar? Wie auch immer sich die außenpolitischen Konstellationen für Saudi-Arabien entwickeln werden – in jedem Falle werden auf absehbare Zeit Öl zu bedeutend sein und die Golfstaaten zu schwach bleiben, als dass der ausländische Einfluss in der Region abnehmen wird. Die sozialpolitischen Herausforderungen im Innern werden derweil anhalten. Neben einer Öffnung des Bildungswesens und der politischen Kultur stehen dabei wirtschaftliche Fragen im Zentrum. Sollte es nicht gelingen, einen arbeitsintensiven, vom Öl zumindest teilweise unabhängigen Entwicklungspfad zu erreichen und gleichzeitig das Bevölkerungswachstum zu bremsen, ist mit erheblichen gesellschaftlichen Turbulenzen zu rechnen. In diesem Falle könnte die wachsende Schar perspektivloser Jugendlicher sich zu islamistischen Gruppierungen hingezogen fühlen. Folgende Langzeit-Szenarien sind denkbar Szenario 1, Steigerung von Ölproduktion und Wirtschaftswachstum,„business as usual“: Eine Steigerung der Ölproduktion bis 2030, wie von DOE und IEA antizipiert, ist möglich. Die weltweit steigende Nachfrage kann befriedigt werden. Die Verteilungsarrangements erfolgen wie bisher unter der Regie der amerikanischen Hegemonialmacht, die allerdings der wachsenden Bedeutung Europas und Chinas sowie regionalen Empfindlichkeiten Respekt zollt und um mehr Multilateralismus bemüht ist. Saudi-Arabien beschert dieses Arrangement relative Ruhe und Wohlstand. Auf dem eingeschlagenen energieintensiven Entwicklungspfad kann es erhebliches Wachstum generieren und der wachsenden Bevölkerung ein leidliches Auskommen bescheren. Zusammen mit dem Bemühen um islamische Legitimität hält dies die soziale Unruhe in Grenzen. Selbst wenn dieses Szenario eintrifft, wird sich die Frage nach der Endlichkeit von Öl und Gas mit dann gewachsener Brisanz erneut stellen, denn die Produktion von Öl und Gas müsste ja auf dem dann erhöhten Niveau gehalten und weiter gesteigert werden. Letztendlich müsste dieses Zeitfenster genutzt werden, um Alternativen zu entwickeln und weltweit eine drastisch verminderte Abhängigkeit von Kohlenwasserstoffen in die Wege zu leiten. Szenario 2, Peak Oil und sozio-politische Desintegration: Eine Erhöhung der Ölproduktion gelingt nicht. Es kommt zu wachsenden zwischenstaatlichen Verteilungskonflikten um Öl und Gas und die Hegemonialrolle der USA wird in Frage gestellt. Umgekehrt benutzen die USA in wachsendem Maße militärische Mittel, um sich selber und ausgewählten Verbündeten (z.B. Westeuropa, Japan) privilegierten Zugang zu Öl zu verschaffen. Saudi-Arabiens Öleinnahmen könnten aufgrund steigender Preise trotzdem hoch bleiben, es ist aber fraglich, ob es sie ungestört genießen kann. Innenpolitisch kommt es aufgrund wirtschaftlicher Probleme in vielen Staaten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen ,,vielleicht auch in Saudi-Arabien, wo islamistische Opposition und zentrifugale Tendenzen in den Provinzen zu einer erheblichen Delegitimation des Staates führen könnten. Szenario 3, Peak Oil und sozio-politische Reorganisation: Eine Erhöhung der Ölproduktion gelingt nicht, die daraus resultierenden Probleme lassen sich jedoch durch internationale Kooperation und neue nicht energieintensive Entwicklungswege lösen. Das Upsalla-Protokoll der europäischen Association for the Study of Peak Oil and Gas(ASPO) schlägt vor, dass sich Erzeuger- und Verbraucherländer darauf einigen, ihre Ex- und Importe gemäß der jährlichen Reservenerschöpfung zu reduzieren. Ein Unterfangen, welches neben transparenten Statistiken
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Saudi-Arabien : Energieriese zwischen geopolitischer Neuausrichtung und innenpolitische Reform
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