Anhänger:innen von AfD und BSW sehen im Gegensatz zu allen anderen Wähler:innengruppen die Entwicklung einer gemeinsamen Vision für Deutschland(jeweils 48 Prozent) als entscheidend für den Regierungserfolg an. Ebenfalls überdurchschnittlich wichtig ist ihnen die Umsetzung der vereinbarten Regierungsziele. Die Befragten mit SPDWahlabsicht haben anscheinend ihre Lehren aus der Ampelregierung gezogen und halten Kompromissfähigkeit (56 Prozent) und die Verhinderung von Streit(46 Prozent) für besonders wichtig. Beides ist auch für diejenigen mit CDU/CSU-Wahlabsicht wichtig(47 Prozent), an erster Stelle steht jedoch die Umsetzung der vereinbarten Regierungsziele mit 48 Prozent. Fähigkeit der Politik zur Bewältigung von Zukunftsherausforderungen Die verhalten positiven Werte der Zustimmung zum Koalitionsvertrag und die pragmatische Sicht auf Erfolgskriterien der Regierungsarbeit deuten auf einen eher nüchternen, abwartenden, aber durchaus wohlwollenden Blick auf den Start der neuen Bundesregierung hin. Seit dem Jahr 2018 erhebt die Friedrich-Ebert-Stiftung in unterschiedlichen Umfragen die Zustimmung zur Aussage „Die Politik in Deutschland ist in der Lage, die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen“. Bis zur Mitte der letzten Legislaturperiode waren dabei die zustimmenden Antworten(„eher Zustimmung“ oder„starke Zustimmung“) immer in der Mehrheit, mit einem Höhepunkt von 61 Prozent während der Coronapandemie. Seit Anfang 2023 hatte sich das Bild aber gedreht und eine größere Gruppe nahm eine ablehnende Haltung(überhaupt keine oder eher keine Zustimmung) ein. Gegen Ende der Ampelkoalition sprachen 53 Prozent der Befragten der Politik die Fähigkeit ab, die Zukunftsherausforderungen zu bewältigen. Während sich in Umfragen aus den letzten Jahren zeigte, dass eine Mehrheit der Befragten nicht mehr glaubt, die Politik sei in der Lage, die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen, deutet die aktuelle Umfrage hier in Richtung einer Wende. Aufgrund unterschiedlicher Grundgesamtheiten ist ein direkter Vergleich der Zahlen nicht möglich, doch auch für sich genommen sind die Ergebnisse der aktuellen Umfrage aufhorchenswert: 61 Prozent der Befragten sind der Überzeugung, dass die Politik in der Lage ist, die Zukunftsherausforderungen zu bewältigen, während 39 Prozent dies verneinen. Frauen sind in der Tendenz noch etwas zuversichtlicher als Männer(63 Prozent zu 57 Prozent), während es kaum Unterschiede zwischen Ost und West sowie bei Berücksichtigung des formalen Bildungsgrads gibt. Ein Unterschied zeigt sich jedoch zwischen den Altersgruppen. Unter den jüngsten Befragten ist mit 55 Prozent nur noch eine knappe Mehrheit von den Zukunftskompetenzen der Politik überzeugt. Auch hier weichen die potenziellen Wähler:innen von AfD und BSW wieder erheblich vom Rest der Befragten ab, bei ihnen überwiegt die Skepsis. Fast 80 Prozent von ihnen sprechen der Politik ab, für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein. Dagegen blicken nur 46 Prozent der Befragten mit Wahlabsicht Die Linke so kritisch auf die Politik. Das größte Vertrauen in die Fähigkeit der Politik zur Zukunftsbewältigung haben dagegen diejenigen mit Wahlabsicht Union, hier stimmen 86 Prozent zu. Es folgen die potenziellen Wähler:innen der SPD mit 81 Prozent und die der Grünen mit 73 Prozent. Politische Bewältigung der Zukunftsaufgaben nach Wahlabsicht „Die Politik in Deutschland ist in der Lage, die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen.“(in Prozent) 0 50 CDU/CSU AfD SPD Grüne Linke Abb. 3 100 Gesamt Überhaupt keine Zustimmung Basis: alle Wahlberechtigten. Quelle: GIM im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung Keine Zustimmung Eher Zustimmung Sehr starke Zustimmung Guter Start für die neue Bundesregierung? 7
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Guter Start für die neue Bundesregierung? : Umfrage zu Erwartungen an die Koalition aus Union und SPD
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