Druckschrift 
Guter Start für die neue Bundesregierung? : Umfrage zu Erwartungen an die Koalition aus Union und SPD
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

2. Konsenskorridore und Konfliktpotenziale Ein erheblicher Teil der Wahlbevölkerung und insbesonde­re die Anhänger:innnen der neuen Koalitionsparteien ver­trauen also grundsätzlich durchaus auf die Fähigkeit der Politik, die Zukunftsherausforderungen zu bewältigen. Der Koalitionsvertrag löst keine Begeisterungsstürme aus, er­scheint vielen Menschen im Land aber als solide, ver­nunftgeprägte Grundlage für die Regierungsarbeit. Doch inwiefern blicken die Parteianhänger:innen einheitlich auf die anstehenden Herausforderungen, wo sind insbesondere Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Anhän­ger:innenschaften der Regierungsparteien zu verorten? Wir analysieren im nächsten Schritt, welche Themen den Wäh­ler:innen Sorgen bereiten, wo sie sich Verbesserungen er­warten und auf welche politischen Ziele sich die Regierung konzentrieren soll. Sorgenthemen Die größten Sorgen machen sich die Bürger:innen in Deutschland über die Politik Trumps(65 Prozent). Auf Platz 2 folgt das Erstarken rechter Kräfte oder Parteien (56 Prozent), gefolgt von den steigenden Kosten in Deutschland. Im Sorgenranking im Mittelfeld rangieren die Kriminalität(40 Prozent) und die wirtschaftlichen Pro­bleme in Deutschland(38 Prozent). Mit etwas Abstand liegen auf den letzten drei Plätzen die Migration nach Deutschland(34 Prozent), militärische Aufrüstung in Eu­ropa(31 Prozent) und schließlich das Erstarken linker Kräfte oder Parteien(22 Prozent). Die Reihenfolge der Sorgenliste hat Bestand über sämtliche soziodemografi­sche Gruppen hinweg nur bei Menschen mit niedriger Bildung führen die Lebenshaltungskosten die Sorgenliste an, bei den 18- bis 24-Jährigen rangiert die Sorge um Le­benshaltungskosten(58 Prozent) fast gleichauf mit der Sorge über die Politik des US-Präsidenten(59 Prozent). Wenn auch mit unterschiedlicher Stärke, so bleibt die Sor­genliste bei CDU-, SPD-, Grünen- und auch Linken-Wäh­ler:innen stabil. Insgesamt ist das Sorgenprofil dieser Wäh­ler:innengruppen recht ähnlich mit einigen erwartbaren kleinen Unterschieden. So wird die militärische Aufrüstung bei Wahlabsicht Die Linke, SPD und Grüne sorgenvoller be­trachtet, während potenzielle Unionswähler:innen sich mehr Sorgen über die Migration nach Deutschland machen. Ein ganz anderes Profil zeigen dagegen die Befragten mit Wahlabsicht AfD. In deren Sorgenhierarchie steht die Mig­Sorgenthemen Wie ist es mit folgenden Themen machen Sie sich da Sorgen?(in Prozent) 0 50 Das Erstarken linker Kräfte oder Parteien Die militärische Aufrüstung in Europa Die Migration nach Deutschland Wirtschaftliche Probleme in Deutschland Kriminalität in Deutschland Die steigenden Kosten in Deutschland Das Erstarken rechter Kräfte oder Parteien Die Politik des US-Präsidenten Trump Große Sorgen Einige Sorgen Keine Sorgen Basis: alle Wahlberechtigten. Quelle: GIM im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung Keine Antwort Abb. 4‌ 100 8 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.