4. Eine Regierung der Zuversicht in sorgenvollen Zeiten? Die Bevölkerung in Deutschland schwankt zwischen Sorge und Hoffnung Gefragt, wo man sich in den kommenden Jahren zwischen Sorge und Hoffnung sieht, kommt für die Gesamtbevölkerung mit 5,1 ziemlich genau der Mittelwert der Skala von 0 bis 10 heraus. Die soziodemografischen Daten zeigen nur sehr kleine Unterschiede, wenn es um Geschlecht, Alter, Stadt/Land oder Ost/West geht. Menschen mit formal niedriger Bildung sind etwas sorgenvoller(Mittelwert 4,6) als diejenigen mit hohem Bildungsniveau(5,6). Stärker ist der Effekt bei Einbezug der finanziellen Situation. Menschen mit geringen finanziellen Ressourcen sind klar sorgenvoller(Mittelwert 3,7) als Menschen mit mittlerer(4,8) oder guter(5,7) finanzieller Ausstattung. Interessanterweise steht die politische Selbstverortung auf einer Links-rechts-Skala nicht in Zusammenhang mit einem sorgenvollen oder hoffnungsvollen Blick in die Zukunft. Aber nach Parteianhänger:innenschaft zeigen sich die erwartbaren Korrelationen: Die Anhänger:innen von CDU/CSU und SPD kommen jeweils auf einen Mittelwert knapp über 6. Die Sympathisant:innen der Grünen kommen auf 5,8. Bei Personen mit Wahlabsicht Die Linke liegt der Wert mit 4,8 bereits knapp unter dem Mittelwert der Skala. Klar Richtung Sorgen tendieren die Befragten mit Wahlabsicht AfD(3,5) und BSW(3,1). Fundamente der Zuversicht: Demokratie, Rechtsstaat und das Engagement der Menschen Lassen sich trotz weitverbreiteter und unterschiedlicher Sorgen in der Bevölkerung gemeinsame Fundamente identifizieren, die Anlass geben, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken? Auch wenn unterschiedliche Sorgen und Unzufriedenheit spürbar sind, gibt es dennoch Aspekte, die den Bürger:innen in Deutschland Hoffnung machen. Fragt man sie nach den Gründen, die ihnen Zuversicht für die Zukunft geben, werden vor allem zwei genannt: an erster Stelle die Demokratie und der Rechtsstaat(64 Prozent„trifft voll und ganz zu“/„trifft eher zu“), dicht gefolgt vom Engagement der Mehrheit der Menschen im Land(60 Prozent). Unter den Zwischen Sorge und Hoffnung nach Wahlabsicht „Wenn Sie einmal an die kommenden Jahre denken, wo sehen Sie sich dann zwischen Sorge und Hoffnung?“ Skala von„Sorgenvoll“= 0 bis„Hoffnungsvoll“= 10(in Prozent) 0 50 CDU/CSU AfD SPD Grüne Linke BSW Abb. 14 100 Gesamt 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Basis: alle Wahlberechtigten. Fehlende Werte: Kleinparteien und„keine Angabe“. Quelle: GIM im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung Guter Start für die neue Bundesregierung? 17
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Guter Start für die neue Bundesregierung? : Umfrage zu Erwartungen an die Koalition aus Union und SPD
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