Druckschrift 
Transatlantischer Dialog Ausbau der Forschungskooperation zwischen Deutschland/Europa und den USA : eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 21. Oktober 2000, Hannover
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

15 Die Situation von Postdoktoranden habe sich ebenfalls stark verbessert durch Maßnahmen wie das Emmy-Noether-Programm. Dazu muss nach Auffassung des BMBF die Einführung von Juniorprofessuren kommen, die erheblich dazu beitragen können, die Attraktivität der Hochschulen wirksam für hochqualifi­zierte jüngere Wissenschaftler aus dem In- und Ausland zu erhöhen. Die grundsätzliche Notwendigkeit zu Modularität und Kompatibilität in denkademischen Systemen wird in der Diskussion mehrfach betont. Umstritten bleibt jedoch, ob das deutsche akademische System weitgehend an das US­amerikanische angepasst werden müsse oder ob aus jedem System die bes­ten Instrumente genutzt werden sollten. Letzteres Vorgehen wird favorisiert, setzt aber eine unabhängige Bestandsaufnahme voraus, die die Systeme in ihren Stärken und Schwächen vergleicht und damit zur Basis einer gegenseiti­gen Anpassung werden kann. Der Vertreter des BMBF spricht sich dafür aus, die Werbeanstrengungen für die internationale Anerkennung deutscher Ab­schlüsse, etwa des deutschen Diploms oder Meisterbriefs, zu verstärken: Es müsse im Ausland und gerade in den USA viel deutlicher gemacht werden, dass sich ein Diplom so renommierter Universitäten wie der RWTH Aachen oder der TU München keinesfalls hinter den vergleichbaren Abschlüssen der besten technischen Universitäten der USA zu verstecken brauche. Immer wieder wird auch in der Diskussion betont, dass gleichzeitig mit dem Bemühen um Modularisierung und Kompatibilität ein aktives, ja sogar aggressives Uni­versitätsmarketing gefordert sei. 2.2 Institutionelle Rahmenbedingungen Eine weitverbreitete Einschätzung, mit der sich die Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmer auseinander setzten, ist, dass Forschung in den USA insgesamt über bessere institutionelle Rahmenbedingungen verfüge: Es gebe höhere Budgets, Forschung sei generell wichtiger, die gesellschaftliche Akzep­tanz sei höher, es gebe weniger Bürokratie. Freiheit und Effizienz seien insge­samt größer, und nicht zuletzt würden deshalb auch mehr Nobelpreise er­reicht. 8 8 Vgl. hierzu auch Kap. 4 Ausblick und Kommentar.