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Transatlantischer Dialog Ausbau der Forschungskooperation zwischen Deutschland/Europa und den USA : eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 21. Oktober 2000, Hannover
Entstehung
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20 2.3 Forschungsförderung Der Vertreter des BMBF stellt dar, dass es in Deutschland eine Vielzahl von Programmen gibt, die durch die großen Mittlerorganisationen DAAD, DFG und AvH getragen werden, aber auch viele andere, die Forschungsreisen, kürzere und längere Forschungsaufenthalte und gemeinsame Projekte deutscher und amerikanischer Wissenschaftler fördern. Auch die Generalsekretärin der Wis­senschaftlichen Kommission des Landes Niedersachsen hält die Internatio­nalisierung von Lehre und Forschung für zwar immer noch entwicklungsfähig, aber in Deutschland vergleichsweise gut ausgebaut. Deutschland sei jedoch für ausländische Wissenschaftler vor allem im Bereich der Geisteswissen­schaften attraktiv, die bekanntlich nicht im gleichen Masse wie die Naturwis­senschaften Drittmittel einwerben können. Der Stellvertretende Direktor des Europäischen Büros der Johns Hopkins Uni­versität erläutert, dass es einige Stipendien- bzw. Finanzierungsagenturen ge­be, die fundierte und intelligente Beratung aus der"Forschungsgemeinde" be­kämen und damit gute Arbeit leisten könnten. Er hält eine entsprechende Ab­stimmung mit den führenden Akteuren eines bestimmten Fachgebiets über geplante Forschungsprogramme für eine unerlässliche Voraussetzung. Ange­sichts der enormen Anzahl von Förderprogrammen könnten einige dieser Pro­gramme ganz spezifisch für die transatlantische Kooperation genutzt werden. Er empfiehlt diesbezüglich die Zusammenarbeit mit der Association of Ameri­can Universities(AAU), die sich aus etwa fünfzig der führenden Forschungs­universitäten, sowohl privaten als auch öffentlichen, zusammensetzt. Eine permanente Zusammenarbeit mit der AAU oder auch die Einberufung eines ad hoc Beratungskomitees durch die AAU sieht der Referent als effizienten Weg, die amerikanische"Forschungsgemeinde" zu erreichen. Darüber hinaus müss­ten die Labyrinthe der Forschungsförderung- und hier verweist der Referent ausdrücklich auf Brüssel- gelichtet werden, um mehr Transparenz und Syn­chronisation zu ermöglichen. Mehrere Referenten fordern darüber hinaus ein verstärktes Engagement der USA für die transatlantische Kooperation ein. So beklagt die Generalsekretärin der Wissenschaftlichen Kommission des Landes Niedersachsen, dass die in­stitutionellen Versuche, transatlantische Forschungskooperationen zu fördern wegen der geringen Finanzierungsbereitschaft auf amerikanischer Seite weit­gehend gescheitert sind. Sowohl die Erfahrungen des ehemaligen deutsch­amerikanischen akademischen Konzils(DAAK) mit dem von der Humboldt­Stiftung übernommenen Transcoop-Programm wie auch die Bemühungen des DAAD, in Kooperation mit der National Science Foundation(NSF) und dem