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Transatlantischer Dialog Ausbau der Forschungskooperation zwischen Deutschland/Europa und den USA : eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 21. Oktober 2000, Hannover
Entstehung
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39 Kooperation auf der Ebene von Unternehmen und Forschungsinstitutionen 3.4 Forschung diesseits und jenseits des Atlantiks: Die Perspektive eines globalen Unternehmens Für ein global agierendes Unternehmen sei weltweite Zusammenarbeit auch in Forschungsangelegenheiten selbstverständlich und unproblematisch, betont der Leiter der Abteilung Forschungspolitik der DaimlerChrysler AG. Der Kon­zern kooperiere seit Jahrzehnten erfolgreich über den Altantik hinweg, sowohl in den Bereichen Verkauf und Produktion als auch in der Entwicklung und For­schung. DaimlerChrysler ist auf allen Kontinenten vertreten und verfügt über ein For­schungs- und Entwicklungsbudget von 7,5 Milliarden Euro; damit gehört die Firma weltweit zu den drei Firmen mit den höchsten Forschungsbudgets. Dar­über hinaus wird zentrale, langfristig orientierte Forschung mit einem Jahres­budget von rund 350 Millionen Euro betrieben. DaimlerChrysler unterhält zehn Forschungslabors, davon vier in Deutschland und zwei in den USA. Der Trend zu verstärkter internationaler Zusammenarbeit- sowohl mit der In­dustrie als auch mit der Wissenschaft- habe auch vor DaimlerChrysler nicht halt gemacht. Als globales Unternehmen arbeite es weltweit mit Universitäten zusammen, so dass für die deutsche Wissenschaft inzwischen eine stärkere Konkurrenz bestehe. In den letzten zwei Jahren hätten sich die Forschungsausgaben der deutschen Industrie um ca. sieben Prozent erhöht. Der Anteil der Forschungsausgaben, die nach außen vergeben wurde, habe sich jedoch im gleichen Zeitraum um 40 Prozent erhöht. Deutsche Universitäten allerdings hätten bislang von den gestiegenen F+E-Ausgaben der deutschen Industrie kaum profitiert, denn die eine Hälfte davon wurde an Universitäten im Ausland vergeben, die andere Hälfte an industrielle Partner. In dieser Hinsicht sieht der Referent ein großes Optimierungspotenzial für deutsche Universitäten. Industrielle Forschungskooperation mit den USA Der Referent kritisiert die weitverbreitete Meinung, die Forschung in den USA sei besser: Es gebe höhere Budgets, die Forschung sei wichtiger, die gesell­schaftliche Akzeptanz sei höher, die Freiheit und Effizienz seien höher, es ge­be weniger Bürokratie und nicht zuletzt mehr Nobelpreise. Aus seiner Sicht seien die Unterschiede in der Forschung zwischen den USA und Deutschland