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Transatlantischer Dialog Ausbau der Forschungskooperation zwischen Deutschland/Europa und den USA : eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 21. Oktober 2000, Hannover
Entstehung
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24 die Entwicklungen im Internet sicherlich noch verstärke. Doch zahlreiche Akti­vitäten zum Abbau der Sprachbarriere wurden bereits unternommen: So stel­len die inzwischen an deutschen Universitäten neu eingerichteten internationa­len Studiengänge, die damit werben, auf Englisch zu unterrichten, einen ers­ten wichtigen Schritt dar. Einige Referenten aus den USA weisen darauf hin, dass sie in Deutschland in ihrer Muttersprache lehren können und bewerten dies als Vorteil. In den Max-Planck-Instituten ist inzwischen auch bei den Ver­waltungskräften Englisch die offizielle Sprache. Ein Referent weist darauf hin, dass auch für deutsche Forscher Englisch inzwischen selbstverständlich sei, da viele Veröffentlichungen in Englisch erfolgen und auch in Wissenschaftli­chen Gesellschaften wie z.B. der Botanischen Gesellschaft die meisten Reden in Englisch gehalten würden. Relativierend weist ein Vertreter des BMBF dar­auf hin, dass auch aufgrund der Größe des deutschen Marktes auf Deutsch als Sprache in Lehre und Forschung nicht verzichtet werden solle. 2.5 Kooperation und Wettbewerb an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft Neben der Frage der Qualität der Forschung und ihrer Rahmenbedingungen wird auch immer wieder die Frage der Vermarktung von Forschungsergeb­nissen auf transatlantischer Ebene verglichen. Die Generalsekretärin der Wis­senschaftlichen Kommission des Landes Niedersachsen weist darauf hin, dass die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft im Forschungsbe­reich ein Gebiet sei, das seit einiger Zeit höchste politische Aufmerksamkeit genieße. Damit verbunden seien die unterschiedlichsten Hoffnungen: Arbeits­plätze zu schaffen, die regionale Wirtschaft in Gang zu bringen, die Finanzie­rungssorgen der Hochschulen zu erleichtern und durch die Förderung der wis­senschaftlichen Kooperation neue Stellen zu erhalten. Für den Nachwuchs können sich Berufschancen eröffnen, wenn z.B. Firmengründungen aus For­schungsprojekten hervorgehen. Obwohl die Diskussion inzwischen lebhaft ge­führt werde, seien viele Berührungsängste, die sich aus den unterschiedlichen Kulturen bzw. aus dem unterschiedlichen Selbstverständnis in Wissenschaft und Wirtschaft ergeben, noch immer vor allem in Deutschland sehr zu spüren. Inzwischen versuche man jedoch in allen Bundesländern mit Nachdruck, die Rahmenbedingungen für die Bildung für public-private-partnership­Kooperationen zwischen Hochschulen und Industrieunternehmen zu verbes­sern. Dennoch schaue jeder, der sich in diesem Feld tummeln möchte, neider­füllt in die USA, wo sowohl die rechtlichen Voraussetzungen als auch die all­gemeine Philosophie für die Gründung neuer Unternehmen im Grenzgebiet zwischen Hochschule und Wirtschaft die Startbedingungen wesentlich verbes­sere.