24 die Entwicklungen im Internet sicherlich noch verstärke. Doch zahlreiche Aktivitäten zum Abbau der Sprachbarriere wurden bereits unternommen: So stellen die inzwischen an deutschen Universitäten neu eingerichteten internationalen Studiengänge, die damit werben, auf Englisch zu unterrichten, einen ersten wichtigen Schritt dar. Einige Referenten aus den USA weisen darauf hin, dass sie in Deutschland in ihrer Muttersprache lehren können und bewerten dies als Vorteil. In den Max-Planck-Instituten ist inzwischen auch bei den Verwaltungskräften Englisch die offizielle Sprache. Ein Referent weist darauf hin, dass auch für deutsche Forscher Englisch inzwischen selbstverständlich sei, da viele Veröffentlichungen in Englisch erfolgen und auch in Wissenschaftlichen Gesellschaften wie z.B. der Botanischen Gesellschaft die meisten Reden in Englisch gehalten würden. Relativierend weist ein Vertreter des BMBF darauf hin, dass auch aufgrund der Größe des deutschen Marktes auf Deutsch als Sprache in Lehre und Forschung nicht verzichtet werden solle. 2.5 Kooperation und Wettbewerb an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft Neben der Frage der Qualität der Forschung und ihrer Rahmenbedingungen wird auch immer wieder die Frage der Vermarktung von Forschungsergebnissen auf transatlantischer Ebene verglichen. Die Generalsekretärin der Wissenschaftlichen Kommission des Landes Niedersachsen weist darauf hin, dass die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft im Forschungsbereich ein Gebiet sei, das seit einiger Zeit höchste politische Aufmerksamkeit genieße. Damit verbunden seien die unterschiedlichsten Hoffnungen: Arbeitsplätze zu schaffen, die regionale Wirtschaft in Gang zu bringen, die Finanzierungssorgen der Hochschulen zu erleichtern und durch die Förderung der wissenschaftlichen Kooperation neue Stellen zu erhalten. Für den Nachwuchs können sich Berufschancen eröffnen, wenn z.B. Firmengründungen aus Forschungsprojekten hervorgehen. Obwohl die Diskussion inzwischen lebhaft geführt werde, seien viele Berührungsängste, die sich aus den unterschiedlichen Kulturen bzw. aus dem unterschiedlichen Selbstverständnis in Wissenschaft und Wirtschaft ergeben, noch immer vor allem in Deutschland sehr zu spüren. Inzwischen versuche man jedoch in allen Bundesländern mit Nachdruck, die Rahmenbedingungen für die Bildung für public-private-partnershipKooperationen zwischen Hochschulen und Industrieunternehmen zu verbessern. Dennoch schaue jeder, der sich in diesem Feld tummeln möchte, neiderfüllt in die USA, wo sowohl die rechtlichen Voraussetzungen als auch die allgemeine Philosophie für die Gründung neuer Unternehmen im Grenzgebiet zwischen Hochschule und Wirtschaft die Startbedingungen wesentlich verbessere.
Druckschrift
Transatlantischer Dialog Ausbau der Forschungskooperation zwischen Deutschland/Europa und den USA : eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 21. Oktober 2000, Hannover
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