32 Weiter seien seine Bewerber des Studienganges"Molecular biology" mit Blick auf fremdenfeindliche Vorgängen oder Eindrücke befragt worden. Vierzig Prozent der Bewerber beklagten in diesem Zusammenhang die oftmals diskriminierende Behandlung bei der Visumserteilung in den deutschen Konsulaten und Botschaften. Der Referent betont, dass derartiges nicht passieren dürfe und hier dringend Handlungsbedarf gegeben sei. 3.2 Möglichkeiten für wissenschaftlichen Austausch aus der Sicht eines US-amerikanischen Humboldt-Stipendiaten Der Forschungsstipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung sieht sich am Beginn seiner wissenschaftlichen Karriere im Bereich der Halbleiterphysik und beschreibt am eigenen Beispiel, was Forschungszusammenarbeit für einen jungen Wissenschaftler bedeuten kann und welche Schwerpunkte aus seiner Sicht vorrangig betrachtet werden müssen: Austausch junger Wissenschaftler fördern Der Austausch junger Wissenschaftler zu Beginn ihrer Karriere sollte nach Meinung des Referenten die höchste Priorität erhalten, wenn es um die Stärkung der Forschungszusammenarbeit zwischen den USA und Deutschland gehe. Verbindungen, die zu Beginn der Forschungskarriere geschlossen würden, definierten oft den Forschungsschwerpunkt für ein ganzes Leben. Allein schon die Kenntnis paralleler Forschungsaktivitäten oder-gemeinden auf der ganzen Welt erhöhe die Wahrscheinlichkeit neuer Forschungszusammenarbeit. Oftmals hätten etablierte Wissenschaftler sehr viele Verpflichtungen zuhause, so dass sie nicht so oft ins Ausland gehen könnten. Studenten hingegen könnten spezielle Techniken in Austauschprojekten aus erster Hand lernen und dann diese Techniken mit nach Hause bringen. Was motiviert einen Studenten oder einen jungen Wissenschaftler ins Ausland zu gehen? Was könnte getan werden, um diese Option noch attraktiver zu machen? Der Referent beantwortet diese aus seiner Sicht zentralen Fragestellungen aus seiner eigenen Erfahrung heraus: 1998 habe er in Elektrotechnik seinen PhD an der Princeton Universität mit einer Arbeit im Bereich Halbleitertechnik erworben. Während seiner zwei Jahre in der Post-doc-Forschung an der Universität von Maryland entwickelte er einige neue Ideen für elektrische Geräte und suchte nach einem Labor, wo er diese Ideen einbringen konnte. Es gab zwei Forschungsinstitute in den USA, die die notwendige Ausstattung besaßen, aber diese suchten keine Post-docs.
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Transatlantischer Dialog Ausbau der Forschungskooperation zwischen Deutschland/Europa und den USA : eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 21. Oktober 2000, Hannover
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