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Transatlantischer Dialog Ausbau der Forschungskooperation zwischen Deutschland/Europa und den USA : eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 21. Oktober 2000, Hannover
Entstehung
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19 Marketing Mehrere deutsche Referenten und Teilnehmer weisen auf die Notwendigkeit einer intensiven Vermarktung der Bemühungen deutscher Hochschulen um internationale Zusammenarbeit hin. Hier bestehe noch Nachholbedarf, denn auch bereits vorhandene Angebote werden im internationalen Raum nicht im­mer im erwarteten Rahmen aufgenommen, wie der Vertreter der Universität Göttingen am Beispiel zweier neu eingerichteter internationaler Studiengänge darstellt. Der Vertreter der BMBF weist darauf hin, dass das BMBF auf die verstärkte Nutzung des Internet mittels Einrichtung eines Portals setze, das mehr Transparenz schaffen solle. So könnten weltweit künftig schnell und bequem Informationen sowohl über die einzelnen Forschungseinrichtungen als auch über Forschungsschwerpunk­te, Förderschwerpunkte und Verfahren abgerufen werden. Das Portal solle nicht zuletzt den Zugang zu den wirklich guten Einrichtungen erleichtern. Bildung von Leistungszentren Immer wieder wird im Verlauf der Tagung die Schaffung sog. centers of excel­lence angesprochen. Der Vertreter der Europäischen Kommission weist darauf hin, dass im Konzept für die Schaffung eines europäischen Forschungsraums auch der Gedanke einer Vernetzung solcher Leistungszentren artikuliert sei. In diesem Rahmen könne sich die EU durch ihre verschiedenen Forschungs­programme positiv profilieren. Die bisherige Diskussion über den Begriff der Eliten zeige jedoch, dass die in den USA selbstverständliche Einsicht, dass Eliteförderung und Massenausbildung keine unvereinbaren Gegensätze seien, in Europa noch nicht weit verbreitet sei. Darüber hinaus bereite die Auswahl entsprechender Leistungszentren Proble­me. Dennoch sei der abstrakte Anspruch, gute und breite Ausbildung für Stu­denten durchzuführen und gleichzeitig die besten Teams besonders zu fördern und miteinander in Kontakt zu bringen, um dadurch europäischen Mehrwert zu schaffen, eine lohnende Herausforderung. Ein deutscher Teilnehmer steht dem Gedanken der Vernetzung von Leistungs­zentren skeptisch gegenüber. Seiner Meinung nach brauche man keine Ver­netzung mehr, wenn die Exzellenz weltweit bekannt und anerkannt sei. Ein amerikanischer Referent weist darauf hin, dass er in kleinen Projekte verteilte Exzellenz für gesünder und innovativer halte als die diskutierten Zentren und er dementsprechend für eine Förderung dieser kleinen Projekte plädiere.