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Integration und kulturelle Vielfalt : eine Herausforderung für die Soziale Demokratie?
Entstehung
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Christian Henkes Integration und kulturelle Vielfalt: Eine Herausforderung für die Soziale Demokratie? Während der Begriff in der Wissenschaft wertneutral für eine Eingliederung von Zuwanderern in bestehende Gesellschaftsbereiche durch eine weitgehende Angleichung an deren bestehenden Werte, Normen und Gewohnheiten verstanden wird, wird er in der öffentlichen Debatte dahin­gehend verwendet, dass darunter eine umfassende Aufgabe kulturellen Eigenschaften aus der Herkunftsgesellschaft seitens der Zuwanderer verstanden wird. Implizit schwingt die Annahme mit, dass nur dann, wenn dies geschieht, von einererfolgreichen Integration gesprochen werden kann. Aufgrund dieser sehr unterschiedlichen Bedeutungen ist es mitunter missverständlich, wenn der Begriff aus der wissenschaftlichen in die allgemeine Öffent­lichkeit übertragen wird. Es erscheint deshalb sinnvoller, für den Prozess der Eingliederung von Zuwanderern in die Auf­nahmegesellschaft den unverfänglicheren Begriff der Integration zu verwenden, bei dem keine (bzw. kaum) normativen Implikationen mitschwingen. Æ Multikulturalismus Auch der Begriff desMultikulturalismus hat sehr verschiedene Bedeutungen. Zumindest zwei unterschiedliche Bedeutungen lassen sich erkennen: Zum einen wird damit die faktische Gegeben­heit einer zunehmenden kulturellen Vielfalt innerhalb der modernen Gesellschaft beschrieben. Zum anderen ist damit eine bestimmte Politik in Bezug auf die Integration von Zuwanderern ge­meint, nämlich eine solche, die den kulturellen Minderheitsgruppen sehr weitgehende Rechte ein­räumt, ohne auf deren Einbindung in die Gesamtgesellschaft zu achten. Der Begriff wird dann in abwertender Absicht verwendet. Problematisch ist dies vor allem dann, wenn jede Politikmaßnahme, die auf kulturelle Differenz eingeht, negativ alsmultikulturalistisch bewertet wird. Dass es hierbei jedoch unterschiedliche Ausrichtungen gibt, wird später in einem Vergleich zwischen unterschiedlichen normativen Kon­zepten erkennbar. www.fes-online-akademie.de Seite 5 von 26