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Integration und kulturelle Vielfalt : eine Herausforderung für die Soziale Demokratie?
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Christian Henkes Integration und kulturelle Vielfalt: Eine Herausforderung für die Soziale Demokratie? Die offene Frage bleibt allerdings, ob beide Ansätze gleichermaßen geeignet sind, sowohl gleiche Teilhabe als auch eine gleiche Anerkennung aller Bürger zu gewährleisten. Um diese Frage ent­scheiden zu können, ist die Einschätzung hinsichtlich der möglichen Neutralität des öffentlichen Raums und seiner Institutionen zentral. In diesem Beitrag wird eine Position vertreten, die eine solche Neutralität für unwahrscheinlich hält. Zwar sollte dies soweit wie möglich hergestellt werden, aber selbst dann dürfte eine spezifi­sche Politik notwendig sein, um den kulturell differenten Bürgern die gleichen Teilhabemöglich­keiten an allen Aspekten gesellschaftlichen Lebens zu ermöglichen. Zudem ist es angesichts der Bedeutung kultureller Eigenschaften für die individuelle Identität ungerecht, den Ausdruck die­ser kulturellen Eigenschaften im öffentlichen Raum nicht anzuerkennen und damit möglicher­weise alle Bürger nicht gerecht zu behandeln. Diese Überlegungen aus der normativen Philosophie haben ihre Bedeutung nicht nur für eine theo­retische Gerechtigkeitskonzeption. Vielmehr finden sich zentrale Aspekte der verschiedenen Ansät­ze auch in den tatsächlichen Bürgerschafts- und Integrationsregelungen der Nationalstaaten. Es lohnt sich daher zu überprüfen, welche integrationspolitischen Typen sich auf nationalstaatlicher Ebene herausgebildet haben 5. Länderbeispiele: Nationale Modelle der Bürgerschaft Historisch haben sich innerhalb der nationalstaatlich verfassten politischen Gemeinschaften unter­schiedliche Vorstellungen über Bürgerschaft und der entsprechenden Zugehörigkeit herausgebildet. Erkennbar werden diese Bürgerschaftsvorstellungen in erster Linie in der Einbürgerungsgesetzge­bung, denn dort wird festgelegt, welche Bedingungen ein Zuwanderer erfüllen muss, um ebenfalls zumVollbürger zu werden. Die spezifischen Bündel von Maßnahmen und Vorausetzungen kön­nen als nationale Modelle bezeichnet werden. Innerhalb der Migrationsforschung wurden im Allgemeinen drei Modelle identifiziert(siehe z.B. Brubaker 1992; Castles/Miller 1993; Castles 1995; Freeman 2006). www.fes-online-akademie.de Seite 11 von 26