Christian Henkes Integration und kulturelle Vielfalt: Eine Herausforderung für die Soziale Demokratie? Was bei Darstellungen dieses Modells oft nicht bedacht wird, ist, dass die öffentliche Sphäre kulturell nicht so neutral ist wie angenommen. Teil dieses Modells ist deshalb häufig die Anforderung an Zuwanderer, die(z.B. französische Kultur) zu übernehmen – Assimilation ist die Kehrseite des auf den ersten Blick neutralen Modells. Das pluralistische Modell Drittens lässt sich ein pluralistisches(manchmal auch multikulturalistisches) Modell identifizieren, das die Nation und den Bürger ebenfalls politisch begreift und auch bei vorliegender kultureller Heterogenität keine Anpassung an ein kulturelles Leitbild erwartet. Im Gegensatz zum universalistischen Modell wird hier kulturelle Vielfalt in unterschiedlichem Ausmaß auch in der öffentlichen Sphäre verankert. Zu diesem Modell werden so unterschiedliche Länder wie die Niederlande, Schweden oder Großbritannien gezählt. Kritisch lässt sich anmerken, dass hier häufig Ländern zusammengefasst werden, die sehr unterschiedliche Strategien verfolgen. Besonders die Differenzierung zwischen einer Gruppenorientierung und einer Individualorientierung bei der Anerkennung kultureller Differenz wird oft nicht beachtet. Tabelle 4: Nationale Bürgerschaftsmodelle Exklusives (auch assimilatorisches) Modell Universalistisches (auch republikanisches) Modell Pluralistisches (auch multikulturalistisches) Modell Merkmale Länderbeispiele - Nation auf ethnischer und kultuDeutschland(bis 1998), reller Grundlage Österreich, Schweiz - Staatsbürgerschaft nach Abstammung - Vollständige Assimilation Voraussetzung für Aufnahme - Nation wird politisch verstanden Frankreich - Staatsbürgerschaft nach dem Territorialprinzip - Kultur ist privat, Assimilation wird aber erwartet - Nation wird politisch verstanden Niederlande, Schweden und - Staatsbürgerschaft nach dem TerriGroßbritannien torialprinzip - Kulturelle Vielfalt auch in öffentlicher Sphäre verankert www.fes-online-akademie.de Seite 13 von 26
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Integration und kulturelle Vielfalt : eine Herausforderung für die Soziale Demokratie?
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