12 voraus- selbst im KZ. Helen stellt dennoch fest:„Auch beim Stubendienst- die Angst war die gleiche wie überall.“ Etwas anders liegt der„Fall“ Lina. Sie war in dieser Munitionsfabrik gelandet und musste Fließbandarbeit verrichten, die weit über ihre Kräfte hinaus ging. Dann wurde sie von der dortigen Blockältesten zum Stubendienst ausgesucht. Wieso? Warum? Diese Blockältesten waren ja selber gefangene junge Mädchen- allerdings keine Jüdinnen. Lina führt ihre„Bestellung“ zum Stubendienst im Wesentlichen darauf zurück, dass sie- wie diese Mädchen-„aus Frankfurt kam“. Die gemeinsame Heimat half beim Überleben. Heimat verbindet Heinz(*8), der Auschwitz überlebte, berichtet von einem SSMann, bei dem„man deutlich merkte, dass man im Grunde nur dazu da war, eines Tages umgebracht zu werden.“ Dieser SSMann, jedenfalls,„hat Leute umgelegt, ohne mit der Wimper zu zucken.“ „Jede Sekunde“, sagt Heinz,„gab es Schikanen mit Mord und Totschlag.“ Was es bisher an Büchern und Filmen über Auschwitz gebe, sei„zwar schlimm genug, aber nichts im Vergleich zur Wirklichkeit.“ Am 10. Januar 1943 sei er in Auschwitz mit etwa 2.500 Menschen angekommen- Frauen, Männern, Kindern.„2.390 davon wurden in der zweiten Nacht vergast. Blieben 110, die arbeiten konnten. Davon sind später 5 übrig geblieben.“ Heinz war einer davon:„Es ging immer darum, sich irgendwie extra Essen zu beschaffen.“
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Rettende Augenblicke : Überleben im Nazi-KZ
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