24 Später sei Adele dann zum Lagerführer gerufen worden. Eine Aufseherin habe sie wegen dieser Bemerkung angezeigt. Sie sollte zur Strafe in den Keller gehen. Da habe sie gesagt:„Ja, ich gehe, aber erst morgen, heute nicht mehr.“ Zuguterletzt sei es ihr gelungen, sich gegenüber dem Lagerleiter durchzusetzen. Der Aufseherin, die sie verpetzt hatte, habe sie dann später noch kräftig ihre Meinung gesagt. Zwei Brüder Sie hießen Jakubovitz, David und Andrej. Der Teil der Slowakei, woher sie stammten, wurde 1938 ungarisch. Weil sie sprachbegabt waren, wuchsen die Brüder mehrsprachig auf. Ohne Probleme verstanden sie Tschechisch, Ungarisch, Polnisch, Jiddisch und ganz gut Deutsch. Ihr Vater war Sprachlehrer und lehrte Hebräisch. Aber es waren nicht ihre Sprachkenntnisse, die sie Auschwitz und andere Konzentrationslager überleben ließen. Es gab Ereignisse anderer Art. Im April 1944 marschierte die deutsche Wehrmacht in ihr Städtchen ein. Andrej ist heute noch erstaunt darüber, wie schnell danach alles ging.„Sofort am Tag nach dem Einmarsch“, sagt er,„wurden sämtliche Juden abtransportiert.“ Auf dem Umweg über ein ungarisches Ghetto wurde die ganze Familie Jakubovitz zusammen mit Tausenden weiterer jüdischer Menschen in Viehwaggons nach Auschwitz gebracht. David, der ältere der beiden Brüder, wurde bei der„Selektion“ nach links dirigiert, wo man zunächst leben bleiben durfte. Die Alten und die Kinder kamen„nach rechts“. Andrej:„Natürlich wussten wir damals nicht, dass wir sie alle nie wiedersehen würden.“
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