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Rettende Augenblicke : Überleben im Nazi-KZ
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15 Läuferin, die suchte eine Kunstgewerblerin. Dieses Mädchen kam aus meiner Heimatstadt in der Tschechoslowakei. Ich gab ihr meine Gefangenen-Nummer. So landete Katharina eines Tages in der sogenannten Kunstgewerbeabteilung. Hier hatte sie sich mit Teppichknüpfen und anderen Handarbeiten zu beschäf­tigen.Das Essen war das gleiche wie draußen, aber man musste sich nicht mehr so drängeln. Katharina ist sich sicher:Das war mein Überleben. Auch in der Überlebensgeschichte von Sigmund(*11) spielte seine Herkunft eine wichtige Rolle. Er kam aus Krakau. Ein Junge aus Krakau Sigmund untertreibt wohl ein wenig, wenn er sagt, er habeäu­ßerst unangenehme Erinnerungen an die Zeit, als es auch in Krakau mit der Judenverfolgung ernst wurde. Als er mit seinen Eltern in ein Ghetto ziehen, als er den Davidstern tragen musste und keine Schule mehr besuchen durfte. Als er und seine Eltern immer enger in die Zange genommen, alsdie Schraube immer stärker zugedrückt wurde. Als dann erst der Vater, anschlie­ßend die Mutterabtransportiert wurden und auch er selber schließlich im KZ landete. Das war dann, im Mai 1943, Auschwitz-Birkenau. Dort gab es gleich nach der Ankunft zwei Wege: einer direkt in die Gas­kammern. Der zweite Weg galt Menschen, die nicht sofort um­gebracht, sondern die- da einigermaßen kräftig und gesund aus­sehend- erstmal arbeiten sollten. Kinder kamen ins Gas. Sig­mund war 14 Jahre alt. Bei derSelektion in Auschwitz rief er so laut er konnte:18, Schlosser. Zwar war er weder 18 noch Schlosser, aber er kam dorthin,nach links statt nach rechts, wo er am Leben bleiben durfte.- Quarantäne. Tätowierung.