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Rettende Augenblicke : Überleben im Nazi-KZ
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33 Heinz selber entging dem damals- wie er sagt-letzten Transport, der ins Gas geführt hätte. Schon zuvor war es ihm hin und wieder geglückt, sich vor völlig sinnlosen Märschen zu sinnlosen Arbeitseinsätzen(Steine hin und her schleppen) und vor stundenlangen Appellen zu drücken. Er brachte es fertig, sich in denobersten Kabinetts, den Schlafkojen, zu verste­cken, indem er sich quer legte, so dass er dort nicht gefunden wurde. Einmal durfte er eine Postkarte nach Hause schreiben. Darauf habe er unter anderem geschrieben:Onkel Maved ist auch hier. Das war eine geschickte Verschlüsselung. Denn Maved sei ein hebräisches Wort und bedeute Tod. Diese Karte kam letztendlich tatsächlich bei seiner Mutter an, die in der Schweiz lebte. Sie habe sie an eine jüdische Organisation weiter geleitet. Nachdem es ihm gelungen war, dem letzten Transport ins Gas zu entgehen, wurde er schließlich in ein Außenlager des KZ Sachsenhausen gebracht.Ich war in einem total geschwächten Zustand und musste unbedingt irgendetwas tun, um wieder eini­germaßen auf die Beine zu kommen. Heinz gelang es dann, eine Zeit lang in der Küche arbeiten zu dürfen.So war ich schließlich etwas gestärkt. Er überstand den Todesmarsch.ber er ist sicher, dass er sein Überleben im Grunde niemand an­derem als Fredi Hirsch zu verdanken hat. Die kleine Bibelforscherin Die Zeugen Jehovas waren- als einzige religiöse Gemeinschaft - von Beginn an eindeutig und total gegen den Nationalsozia­lismus. Diese Haltung war bekanntermaßen so klar und kom­promisslos, dass es für die Nazis keine Frage gab: Die Zeugen