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Rettende Augenblicke : Überleben im Nazi-KZ
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37 Zigeunerjungen Karl meint, es sei im Jahr 1938 gewesen, alsaus Berlin der Befehl gekommen sei,alle Zigeuner und Zigeunerarten müss­ten aus dem Straßenbild verschwinden. Die meisten Sinti und Roma(*19) wurden zunächst in Lager getrieben, die von SS-Leuten bewacht wurden. Andere Familien besorgten ihr Von-der-Straße-Verschwinden erst einmal selber. Karl berichtet, sein Vater habe ihre Pferde, mit denen sie handelten und umher reisten, alle verkauft. Dann habe er ein Holzhaus gebaut, in das die Familie einzog.So waren wir von der Straße. Karl sagt, er habe sogar vorerst noch die Schule besuchen können. Letztendlich gab es aber kein Entrinnen vor dem Konzentra­tionslager. Karl landete mit einigen Mitgliedern seiner Familie, wie er berichtet, am 31. März 1943 auf der Selektionsrampe in Auschwitz-Birkenau. Zuvor seien allerdings in dem Viehwag­gon, mit dem sie nach Auschwitz transportiert worden seien, etwa 30 Menschen gestorben. Für Sinti und Roma gab es zu jener Zeit in Auschwitz soge­nannte Familienlager. Karl, Jahrgang 1931, war damals noch ein Kind- ebenso wie sein Bruder Johann und die anderen Ge­schwister. Die Mutter war dabei. Der Vater natürlich nicht: Schon lange, bevor wir nach Auschwitz kamen, war er abge­holt worden. Wir haben sogar noch die Urne mit seiner Asche bekommen. Auschwitz war die Hölle, sagt Johann,man war jede Se­kunde in Lebensgefahr. Tritte, Peitschenhiebe, Misshandlungen auch der Kinder waren an der Tagesordnung. Johann:Da fehlte mal ein Stück Seife. Dafür hat ein SS-Scharführer uns alle aus-