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Rettende Augenblicke : Überleben im Nazi-KZ
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52 Überlebensmomente Einige KZ-Überlebende erinnern sich innerhalb ihrer eigenen Geschichte mit einem kurzen Seitenblick an Beobachtungen bei bekannten oder unbekannten Mitgefangenen. Das gab es auch: Ein damals noch sehr junger Jude berichtet, er sei längere Zeit in einem südpolnischen Außenlager inhaftiert gewesen, bevor er nach Auschwitz kam. In diesem Lager habe er zufällig miterlebt, wie eine sehr hübsche deutsche Jüdin sich einem SS-Mann- mit Erfolg- angeboten habe. Dieser SS-Mann habe sie zu sich genommen, und zwar mit ihrem Kind- was die Frau zur Bedingung gemacht hatte. Auf diese Weise hätten bei­de überlebt. Das habe er anfangs selbst beobachten können. Spä­ter habe er von Bekannten erfahren, dass nach der Befreiung tatsächlich Mutter und Kind heil in ihre Heimat nach Deutsch­land zurückgekehrt seien. Eine sehr knapp dem Gas entgangene Gefangene sagt:Da war eine Mitgefangene, die war körperlich sehr schwach, und eigentlich hätte sie nur geringe Überlebenschancen gehabt. Aber diese junge Frau hatte- im Gegensatz zu uns anderen, total aus­gemergelten Typen- offenbar von Natur aus ein richtig rundli­ches Gesicht. Das führte dazu, dass sie bei den immer wieder stattfindenden Selektionen nie in die Gaskammern dirigiert wur­de. Die SS-Typen, die für die'Aussortierung' zuständig waren, hielten sie für kräftiger, als sie wirklich war. So konnte sie am Leben bleiben. Der fürchterliche KZ-Arzt Mengele, der Massenmörder, der seine Opfer zu Tode quälte, hieß auchder Todesengel von