4 AKTUELLE BEFUNDE ZU KITA-GAPS IN DEUTSCHLAND In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der neuen Analysen zu Kita-Gaps in Deutschland nach sozioökonomischen und-demografischen Merkmalen auf Basis von Daten der Kinderbetreuungsstudie(KiBS) des Deutschen Jugendinstituts(DJI)(siehe Kasten 1) dargestellt. Für die Analysen werden die Befragungsdaten der Jahre 2018 bis 2020 zusammengefasst(Lippert et al. 2022a). Somit stehen Informationen von mehr als 36.000 Kindern unter drei Jahren und 30.000 Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt zur Verfügung. Die KiBS-Daten stellen eine einzigartige Datengrundlage dar, die detaillierte Analysen zu Kita-Gaps ermöglichen, da die Daten repräsentativ für Deutschland sind, sowohl Kita-Nutzung als auch -Bedarfe erfassen und darüber hinaus noch vielfältige Gründe für eine Nichtnutzung erfragen. DATENGRUNDLAGE Die empirischen Analysen basieren auf Daten der Kinderbetreuungsstudie(KiBS) des Deutschen Jugendinstituts(DJI). Die Kinderbetreuungsstudie ist eine repräsentative und jährlich durchgeführte Befragung, die seit 2012 über 124.000 Eltern von Kindern in verschiedenen Altersgruppen erfasst und der wissenschaftlichen Öffentlichkeit bis einschließlich 2020 vorliegt(Lippert et al. 2022a). Kerninhalte der Studie sind die Bildungs- und Betreuungssituation von Kindern bis zum Übertritt in die Sekundarstufe und der Betreuungsbedarf der Eltern. Für eine möglichst aktuelle Beschreibung der Kita-Gaps (also der Unterschiede in der Kita-Nutzung und den Kita-Bedarfen nach familialen Merkmalen) in diesem Teil der Studie werden die Daten aus den Jahren 2018 bis 2020 verwendet. Damit stehen Informationen von mehr als 36.000 Kindern unter drei Jahren und 30.000 Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt zur Verfügung. Grundsätzlich werden Mittelwerte für die drei Befragungsjahre ausgewiesen. Dadurch wird eine differenzierte Betrachtung der Kita-Gaps möglich, da bei einer Betrachtung einzelner Jahre die Fallzahlen teilweise zu gering sind. Bei der Interpretation der Daten aus dem Jahr 2020 muss berücksichtigt werden, dass in diesem Jahr die Kita-Nutzung durch den Ausbruch der Coronapandemie und den damit verbundenen Kita-Schließungen generell rückläufig war. Der Einbezug des Jahres 2020 hat keine signifikanten Auswirkungen auf die Ergebnisse der Analysen, vergrößert aber die Datenbasis und Aktualität der Datengrundlage. Zentral für die Analyse von Kita-Gaps sind zum einen Angaben der Eltern zum Betreuungswunsch, das heißt darüber, ob sich der befragte Elternteil für sein Kind einen Kita-Platz wünscht oder nicht. Um dies zu erfassen, werden die Eltern, unabhängig davon, ob ihr Kind einen Platz in einer Kita hat oder nicht, gefragt, ob sie sich aktuell eine Betreuung für ihr Kind in einer Kita wünschen. Dass diese Betreuungswünsche auch den tatsächlichen akuten Betreuungsbedarf widerspiegeln, zeigt sich daran, dass rund 98 Prozent der Eltern, die einen Betreuungswunsch haben, sich auch bereits auf mindestens einen Kita-Platz beworben haben. Ein ungedeckter Betreuungsbedarf liegt somit vor, wenn ein aktueller Betreuungswunsch aufseiten der Eltern besteht, das Kind aber derzeit keine Kita besucht. Darüber hinaus ermöglichen die Angaben der Eltern zu den benötigten täglichen Betreuungszeiten und den tatsächlich genutzten Betreuungsstunden es auch, den ungedeckten Bedarf in Stunden(also einen ungedeckten Stundenbedarf) zu berechnen. In den Analysen wird dann von einem ungedeckten Stundenbedarf ausgegangen, wenn die Differenz zwischen den gewünschten und den genutzten Stunden größer als fünf Stunden ist. Dies verhindert, dass kleine Abweichungen als ungedeckter Stundenbedarf erfasst werden. 12 FRÜHE UNGLEICHHEITEN NOVEMBER 2023 FES diskurs
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Frühe Ungleichheiten : Zugang zu Kindertagesbetreuung aus bildungs- und gleichstellungspolitischer Perspektive
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