4.3 KITA-GAPS IN STUNDENBEDARFEN VON KITA-KINDERN Während sich die vorhergehenden Analysen darauf bezogen, ob Kinder mit bestimmten sozioökonomischen oder -demografischen Merkmalen trotz Betreuungswunsch keinen Kita-Platz nutzen, werden im Folgenden auch Unterschiede in den Stundenbedarfen betrachtet(vgl. Kasten 1). Diese Analysen konzentrieren sich auf Familien, deren Kind bereits einen Kita-Platz in Anspruch nimmt. Abbildung 11 verdeutlicht, dass Familien mit Kita-Kindern zwischen ein und unter drei Jahren die Kita im Mittel gerne 36 Stunden in der Woche nutzen würden, aber tatsächlich nur rund 30 Stunden die Woche nutzen(können). Der durchschnittliche wöchentlich ungedeckte Bedarf an Betreuungsstunden liegt damit bei knapp sechs Stunden pro Woche, bei Kindern ab drei Jahren bei knapp vier Stunden. Wird der ungedeckte Stundenbedarf ab einer Diskrepanz von fünf Stunden betrachtet, weisen 41 Prozent der Familien mit Kindern zwischen ein und unter drei Jahren einen ungedeckten Stundenbedarf auf(Abbildung 12), im Ü3-Bereich sind es 37 Prozent der Familien(nicht dargestellt). Somit gibt es neben einem erheblichen Anteil von Familien, die trotz ihres Betreuungsbedarfs gar keinen Platz in Anspruch nehmen, auch eine Vielzahl von Familien, deren gewünschte Betreuungsstunden deutlich über den tatsächlich genutzten liegen. Neben diesen ungedeckten Stundenbedarfen besteht auch die Möglichkeit, dass Familien ihren vertraglich vereinbarten Betreuungsumfang in der Kita nicht in vollem Umfang benötigen, also der vertraglich vereinbarte Betreuungsumfang höher ist als der tatsächliche Betreuungsbedarf(„Überbuchung“). Bei den Ein- bis unter Dreijährigen unterschreitet in 18 Prozent der Familien der genutzte Betreuungsumfang den Buchungsumfang um mehr als fünf Wochenstunden(Abbildung 12), bei Kindern ab drei Jahren sind es 15 Prozent(nicht dargestellt). Für entsprechende vertiefende Analysen vgl. Schmitz et al.(2023). Unterschiede in den ungedeckten Stundenbedarfen bzw. in Überbuchungen liegen nach sozioökonomischen und-demografischen Merkmalen der Familie kaum vor (Abbildung 12). Ungleichheiten zwischen sozioökonomischen und-demografischen Gruppen sind somit primär beim Zugang zu einem Kita-Platz zu finden und weniger beim Betreuungsumfang: Der realisierte Betreuungsumfang im Vergleich zum gewünschten Betreuungsumfang unterscheidet sich für Kita-Kinder dann nur noch geringfügig nach sozioökonomischen und-demografischen Merkmalen. Gewünschte und genutzte KBiettar-eBueutnregusustnugnsdsteunnden nach Alter des Kindes in Jahren Betreuungsstunden pro Woche Abb. 11 genutzte Stunden gewünschte Stunden 0 1 2 3 4 5 6 Alter des Kindes in Jahren Quelle: eigene Berechnungen auf Basis von KiBS 2018–2020. Quelle: eigene Berechnungen auf Basis von KiBS2018–2020. Anmerkung: Die Abbildung zeigt die genutzten und gewünschten Betreuungsstunden pro Woche nach dem Alter der Kinder. Betrachtet werden Kinder, die bereits einen Kita-Platz in Anspruch nehmen. Berechnungen sind gewichtet. N=44.118. 24 FRÜHE UNGLEICHHEITEN NOVEMBER 2023 FES diskurs
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Frühe Ungleichheiten : Zugang zu Kindertagesbetreuung aus bildungs- und gleichstellungspolitischer Perspektive
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