1. Einleitung Im Jahr 2023 hat das Sonderstrafrecht für junge Menschen seinen 100. Geburtstag gefeiert. Dieses Jubiläum gibt Anlass, das Jugendgerichtsgesetz, das die Grundlage für die Her ausnahme junger straffälliger Menschen aus dem allgemei nen Strafrecht bildet, näher zu betrachten und im Bezug auf Erfolge, aber auch und gerade auf bestehende Reformbedarfe in den Blick zu nehmen. Nach einer kurzen Einführung in die Entwicklung der Jugendkriminalität sowie die Grundlagen des JGG werden zu Beginn dieser Analyse dessen vielfältige Reaktions- und Sanktionsmöglichkeiten und deren Wirkungen auf junge Straftäter:innen vorgestellt. Im zweiten Teil erfolgt zunächst eine Darstellung derzeit in der Kriminalpolitik prominenter Modellprojekte im Umgang mit Jugendkriminalität, woran sich wiederum eine Diskussion über deren Aus- und Nebenwirkungen anschließt. Aus aktuellem Anlass wird die Debatte um die Herabsetzung der Strafmündigkeit aufgenommen sowie der politische Vorstoß, das ahren ohne Fahrschein(§ 265a StGB) zur Ordnungswidrigkeit herabzustufen, aus jugendstrafrechtlicher Perspektive kommentiert. Der Beitrag endet mit einer Übersicht wichtiger Reformbedarfe im Jugendstrafrecht, resümiert, was im Umgang mit jungen delinquenten Menschen wirkt(und was nicht), und leitet daraus Empfehlungen für eine evidenzbasierte Jugendkriminalpolitik ab. Junge Straftäter:innen vor Gericht 5
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Junge Straftäter:innen vor Gericht : Forschungs- und Reformbedarfe im Jugendstrafrecht
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