33 berständen, würden die in den Stabilitäts- und Konvergenzprogrammen vorgesehenen Konsolidierungsziele in Zukunft wahrscheinlich nicht ganz erreicht (Europäische Kommission 2001b: 14ff). Ein weiterer wesentlicher Punkt bezieht sich auf die sich aus dem Alterungsprozess der europäischen Gesellschaften ergebende Finanzproblematik. Die Kommission verweist darauf, dass in den Programmen bisher nur unzureichend auf diese langfristige Aufgabe eingegangen worden ist und dass in den meisten Ländern noch erhebliche Anstrengungen erforderlich seien, um zu einem umfassenden Handlungskonzept zu gelangen. Durch die alternde Bevölkerung werde es zu beträchtlichem Druck in Richtung auf höhere Ausgaben für die gesetzliche Altersversorgung kommen. Gleichzeitig geht es der Kommission darum, dass der Nachhaltigkeitsaspekt voll in den Stabilitäts- und Wachstumspakt aufgenommen wird; die Mitgliedstaaten sollten in ihren Stabilitäts- und Wachstumsprogrammen auf alle Aspekte der langfristigen Tragbarkeit der öffentlichen Finanzen eingehen. Dies müsse über ein solides Haushaltsgebaren geschehen, indem darauf geachtet wird, dass die Kapitalbildung über Umschichtung von Ausgaben und nicht über ein höheres Gesamtvolumen der öffentlichen Ausgaben verstärkt wird. Die Ausgabenumschichtung in den öffentlichen Haushalten sei außerdem zu ergänzen durch Institutionenund Strukturreformen, die die Rolle der Marktmechanismen verstärken und adäquate Anreizsysteme zur Förderung der privaten Bildung von Sach- und Humankapital einführen(ebd.). 3.3 Die haushaltspolitischen Perspektiven in Euro-Land Die finanzpolitischen Konvergenzkriterien des Maastricht-Vertrages und die Bestimmungen des Stabilitäts- und Wachstumspaktes haben in den vergangenen Jahren insgesamt einen deutlichen Schwenk der Finanzpolitik in Richtung Konsolidierung ermöglicht. Dies wird auch durch die jüngsten vorgelegten Stabilitäts- und Konvergenzprogramme bestätigt. Alle Mitgliedstaaten orientieren sich am Ziel eines nahezu ausgeglichenen Haushalts bzw. eines Haushaltsüberschusses. Auch die tatsächliche Haushaltslage der Mitgliedsländer hat sich gegenüber den Vorjahren deutlich verbessert, was entweder geringere Defizite oder höhere Überschüsse sowie eine Reduktion des Schuldenstandes bedeutet(vgl. Tabelle 2). Im Jahr 2000 bewegte sich die Haushaltslage in den EU-Ländern im großen und ganzen auf der in den Programmen vorgege-
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