I. JEDE GESELLSCHAFT IST IHRES STANDORTS SCHMIED 1. Standorte sind gesellschaftlich gemacht Qualität und Leistungsfähigkeit von Standorten besteht vor allem in den Kompetenzen, den Motiven, den Werten und dem Realismus ihrer Bewohner, die sich in der Leistungsfähigkeit der wirtschaftlich/politischen Organisation und der Fairness ihrer Verteilungsergebnisse niederschlagen. Standorte sind geprägt durch das politische System und seine Funktionsfähigkeit. Sie sind schließlich Ergebnis der Kapitalakkumulation und den Austauschbeziehungen mit dem Rest der Welt. Heute gilt: Humankapital ist wichtiger als Sachkapital. Rund 80% des Vermögens unserer Gesellschaft besteht aus der Leistungsfähigkeit der Menschen und dem technischen und gesellschaftlichen Know-how. Folgt man dieser Position, dann muss jede Standortdebatte eine selbstkritische Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken und Schwächen, mit der eigenen Anpassungsfähigkeit und Flexibilität sein. Besondere Bedeutung haben die Bildungseinrichtungen. Politisch schwer beeinflussbar sind die Ergebnisse der individuellen Verhaltensweisen bei der Bildung von Humankapital oder der Gründung von Familien. Widersprüche zwischen individuellen Verhaltensweisen und kollektiven selbst geschaffenen Ansprüchen – etwa zwischen Geburtenraten und sozialen Sicherungssystemen – werden jeweils nur sehr langfristig sichtbar und können einmal aufgetreten nur sehr langfristig überwunden werden. 2. Kräfte der Standortveränderungen 2.1 Eine einseitige Diskussion Die Standortdiskussion wird gegenwärtig sehr eingeengt mit Blick auf die Globalisierung geführt. Globalisierung erscheint als große Bedrohung in einem„Krieg der Welten“. Unter Stichworten wie „gelbe Gefahr“ wird suggeriert, dass arme und reiche Länder bzw. ihre Arbeitnehmer im täglichen Kampf um Arbeitsplätze, Einkommen und soziale Standards getreten sind und nur derjenige überleben kann, der zur permanenten Selbstausbeutung bereit ist. - 1-
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Internationaler Standortwettbewerb : wie kann Deutschland Globalisierungsgewinner bleiben?
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