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Internationaler Standortwettbewerb : wie kann Deutschland Globalisierungsgewinner bleiben?
Entstehung
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3.5 Verbesserungen auf der Angebotsseite der Märkte God gave us two eyes to watch both demand and supply(Paul Samuelson). Dieser Satz erinnert daran, dass ständig eine Balance zwischen angebotsorientierter oder nachfrageorientierter Wirtschafts­politik gefunden werden muss. Die Bundesrepublik war in den Neunzigerjahren ganz erheblich absor­biert durch die Bewältigung der Wiedervereinigung und hat erneut eine überhöhte Verschuldung in Kauf genommen. Bestimmte Deregulierungsstrategien wie z.B. die Privatisierung von Unternehmen oder die Ausweitung des Wettbewerbs im Transport- oder Energiesektor wurden nur verzögert oder zu schwach realisiert. Die Krise der Deutschen Telekom ist auch Zeichen einer zu späten Anpassung an den neuen technischen Wettbewerb. Das Beispiel zeigt, dass die Bundesrepublik noch verspätete Mo­dernisierungen zu bewältigen hat. Das wohl größte Problem auf der Angebotsseite der Märkte entstand durch die Mängel in der Bildung von Humankapital, die durch den Rückgang der Geburtenraten noch verschärft wurden. Die verschie­denen politischen Maßnahmen haben bisher nicht ausgereicht, das staatliche Bildungssystem grundle­gend zu verändern. 4. Globalisierungsgewinner mit unbewältigten Risiken Ganz ohne Zweifel war Deutschland Globalisierungsgewinner. Genauso wenig kann jedoch bezweifelt werden, dass sich verschiedene Risiken aufgestaut haben. Im Aufbau von Humankapital bei gleichzeitig rasch anschwellenden Belastungen aus den Syste­men der sozialen Sicherung durch einen nicht nachhaltigen öffentlichen Sektor und niedrige Ge­burtenraten. Selbst wenn jetzt ein nachhaltiger Abbau der Schulden gestartet und bis 2025 abgeschlossen wäre, käme es zu Belastungssteigerungen in den Sozialversicherungen von etwa 6% der Bruttoeinkom­men(Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung). Hinzu kommen die erhöhten Anforderungen an das eigene private Alterssicherungssparen. Nicht befriedigend bewältigt sind die Umweltproble­me. Gemessen an diesen Nachhaltigkeitsproblemen erhalten die akuten Gegenwartsbedürfnisse nach wie vor in der öffentlichen Diskussion ein zu hohes Gewicht. Durch unzureichende Leistungsfähigkeit der lokalen Sektoren mit ihren wachsenden Beschäfti­gungsanteilen. Die Standortdiskussion sollte alle drei Themenkomplexe gleichzeitig angehen. Die gegenwärtigen konjunkturellen Erfolge sollten als Anreiz für Reformen und nicht als Beginn einer wachsenden Selbstzufriedenheit und Selbstsicherheit angesehen werden. - 17-