beugen gegenüber künftigen Risiken und die Bereitschaft, dass reiche Länder, die auch durch Umweltbelastungen reich geworden sind, einen Teil dieser Vorteile wieder an die Weltgemeinschaft zurückgeben sollten. 4. Industriepolitik, Wirtschaftsförderung und Innovationspolitik Es gibt gute und genau abgrenzbare Gründe für eine Industriepolitik, um soweit möglich Marktmängel und Marktversagen zu vermeiden. Allerdings darf man nicht dem Trugschluss aufsitzen, dass jedes Marktversagen automatisch mit einer politischen Intervention beantwortet werden sollte bzw. Industriepolitik nach Belieben zum vermeintlichen Schutz vor Marktreaktionen eingesetzt werden kann. Moderne Industriepolitik i. w. Sinne umfasst ein Maßnahmenbündel, das fast alle Politikbereiche betrifft. Ziel muss es sein, die Anpassungs- und Wachstumsprozesse der Wirtschaft zu flankieren. Die Schaffung flexibler Arbeitsmärkte und die Erhöhung des Fachkräfteangebotes durch bessere Bildungsinvestitionen leisten dabei einen wesentlich größeren Beitrag als die kontraproduktive direkte Subvention einzelner Branchen, die im Zweifelsfalle durch die Unternehmen nur„mitgenommen“ wird. Industriepolitik betrifft dabei nicht nur die produzierenden Branchen. In einer hoch entwickelten und differenzierten Volkswirtschaft wie der unserigen wird gerade bei hochtechnologischen Produkten ein erheblicher Teil der Wertschöpfung durch Dienstleistungen innerhalb oder außerhalb der Unternehmen erbracht(FuE-Dienstleistungen, Marketing, Vertrieb etc.). Industriepolitik i. e. Sinn kann gestaltend wirken, darf sich aber nicht einbilden, im Detail lenken und steuern zu können. Es muss jeweils im Einzelfall demonstriert werden, dass die politischen Maßnahmen zu Ergebnissen führen, die deutlich besser sind als die reinen Marktprozesse und dass die erzielbaren Ergebnisse die aufgewendeten Kosten rechtfertigen. Marktversagen wird sonst allzu leicht zum Alibi dafür, wenig funktionsfähige Staatsinterventionen zu entwickeln. Im Ergebnis werden Branchen vermeintlich unterstützt oder geschützt. In der Realität entstehen jedoch nur teuer bezahlte Marktverzerrungen. Die teilweise finanzielle„Überförderung“ des ostdeutschen Mittelstands in der Vergangenheit hat dazu geführt, dass Produktivitätsanpassungen verzögert wurden und Investitionen nicht in die produktivsten und wachstumsstärksten Branchen geflossen sind. Im engeren Sinne müssen sich industriepolitische Maßnahmen darauf konzentrieren, die ständigen Restrukturierungsprozesse der Wirtschaft effizienter zu gestalten, Innovationen zu beschleunigen oder Risiken(temporär) zu verringern. Industriepolitik kann dabei nicht darin bestehen, fixierte Instrumente schematisch anzuwenden und möglichst kleinteilige(Förder-)Regeln zu entwickeln. Die Bestrebungen des Konzeptes der ökologischen Industriepolitik genauso wie die Weiterentwicklung der Klimaschutzziele auf EU Ebene sind strategisch richtig. Man muss ich jedoch davor bewahren, die strategischen Zielsetzungen in interventionistische Detailregelungen und Sanktionen für Unternehmen umsetzen zu wollen, die die Marktanpassungen nicht befördern, sondern erschweren. - 24-
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Internationaler Standortwettbewerb : wie kann Deutschland Globalisierungsgewinner bleiben?
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