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Jüdische Menschen in der Arbeiterbewegung : Porträts - Debatten - Motive
Entstehung
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Jüdische Menschen in der Arbeiterbewegung| Porträts Debatten Motive 37 Jüdische Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in der Novemberrevolution 1918 Frank Jacob Einleitung In der Novemberrevolution waren Jüdinnen und Juden zentrale Figuren, auch wenn diese sich selbst teilweise nicht als solche wahrgenommen haben. 1 Rosa Luxemburg(1871–1919) 2 und Kurt Eisner(1867–1919) 3 sind zwei dieser Figu­ren innerhalb der revolutionären Ereignisse in Berlin und München und beide verbanden mit der Revolution die Hoffnung auf Veränderung, auf eine neue und womöglich bessere Welt. Der folgende Beitrag soll sich mit diesen prominenten und revolutionären Figuren der deutschen Arbeiterbewegung auseinandersetzen. Als polnische Jüdin erlebte Luxemburg des Öfteren antisemitische Anfeindun­gen und auch der in Berlin geborene Eisner wurde in seinem Leben mehr als ein­mal ex negativo mit seiner jüdischen Identität konfrontiert, die ihm selbst immer weniger bewusst und wichtig war. Michael Brenner unterstreicht dahingehend, dass sich»[f]ür viele zeitgenössische Beobachter und spätere Interpreten() die Frage der Kausalität klar beantworten[ließ]: Das sichtbare Hervortreten jüdischer Revolutionäre, von denen die meisten zudem nicht aus Bayern stammten, verur­sachte eine Gegenbewegung, die sich in einem bisher nicht gekannten Ausmaß antisemitischer Hetze und Gewalt Platz verschaffte«. 4 Eisner, ebenso wie Luxem­burg, wurde daher zu einer zentralen Figur des judäobolschewistischen Verschwö­ Michael Brenner, Der lange Schatten der Revolution. Juden und Antisemiten in Hitlers Mün­chen 1918–1923, Berlin 2019, S. 16 und S. 21. Frank Jacob, Rosa Luxemburg. Ein Leben für die Freiheit, Leipzig 2021; ders., Rosa Luxem­burg. Living and Thinking the Revolution, Marburg 2021; Annelies Laschitza, Rosa Luxemburg. Im Lebensrausch, trotz alledem. Eine Biographie, Berlin 2000; Ernst Piper, Rosa Luxemburg. Ein Le­ben, München 2018. Bernhard Grau, Kurt Eisner 1867–1919. Eine Biographie, München 2001; Albert Earle ­Gurganus, Kurt Eisner. A Modern Life, Rochester, NY 2018; Frank Jacob, Kurt Eisner. Ein unvollendetes Le­ben, Leipzig 2021. 4  B renner, Der lange Schatten, S. 16.