Sammelwerk 
Jüdische Menschen in der Arbeiterbewegung : Porträts - Debatten - Motive
Entstehung
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Jüdische Menschen in der Arbeiterbewegung| Porträts Debatten Motive 103 »Jüdinnen und Juden in der Arbeiterbewegung ­Thüringens« Ergebnisse einer Ausstellung Uwe Roßbach/Judy Slivi Das Ausstellungsprojekt von»Arbeit und Leben Thüringen«, das 2021 erarbeitet wurde, versteht sich als ein Baustein des Gedenkens an 900 Jahre jüdisches Le­ben in Thüringen. Sein Anliegen ist es, die Erinnerung an die jüdische Vielfalt um eine wichtige, vielfach verdrängte oder vergessene Tradition zu ergänzen. Nicht nur das religiöse Leben bestimmte die Existenz deutscher Jüdinnen und Juden, sondern auch, vor allem ab dem 19. Jahrhundert, eine universalistische und sä­kulare Lebensweise. Besonders sichtbar wurde dies in der aufkommenden Arbei­terbewegung, in deren Rahmen sich auch jüdische Menschen in vielfältiger Wei­se engagierten. Es ist schon einiges über Jüdinnen und Juden in der deutschen Arbeiterbewegung bekannt. Das gilt aber nicht unbedingt für Thüringen. Zwar ist hier auch ein pro­fundes Wissen über die prominentesten jüdischen Aktivistinnen und Aktivisten vorhanden, weil Thüringen aber nicht im Zentrum der Geschichte der Arbeiter­bewegung steht, gehören die in Thüringen handelnden Persönlichkeiten eher nicht zu den bekanntesten. Dieser Beitrag soll seinen Anteil zur jüdischen Erin­nerungskultur beitragen, indem wenigstens einige jener Thüringer Personen be­nannt werden, deren Erinnerung zunehmend verblasst ist. Frida Winckelmann Engagiert in Gotha und Thüringen Frida Winckelmanns Mutter Cäcilie(geboren Salomon) stammte aus einer jüdi­schen Familie, die eng mit der jüdischen Gemeinde verbunden war. Ob Frida Winckelmann religiöse Bezüge hatte, ist nicht überliefert. Ihre Ausbildung erfolg­te am Lehrerinnen- und Oberlehrerinnenseminar und am Berliner Pestalozzi-­Fröbel-Haus. Von 1892 bis 1906 unterrichtete sie an höheren Mädchenschulen in Berlin. Anschließend leitete sie das Landerziehungsheim in Drebkau bei Cott­bus. 1911 gründete sie in ihrem Haus in Birkenwerder eine reformpädagogische Erziehungsanstalt. Karl Liebknecht ließ dort drei seiner Kinder unterrichten. ­Frida