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Karl Marx im Museum der Gegenwart : das Karl-Marx-Haus in Trier und seine Dauerausstellungen im historischen Wandel 1968-2018
Entstehung
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KARL MARX IM MUSEUM DER GEGENWART 13 2. Methodische Vorgehensweise und theoretische Vorüberlegungen Zunächst sollen in diesem Kapitel sowohl die Vorgehensweise der Ausstellungsanalyse dargelegt als auch ein Überblick über die teils sehr unterschiedlichen Überlieferungen der Dauerausstellungen gegeben werden. Anschließend soll sich der Frage gewidmet werden, was unter der Institution Museum und dem Medium Ausstellung zu verstehen ist, um eine Verständnisgrundlage und einen methodischen Rahmen für die Analyse zu schaffen. Des Weiteren werden die Konzepte der Geschichtskultur und des kulturel­len Gedächtnisses erläutert, da jene die Untersuchung um einen weiteren Aspekt berei­chern können und am Ende der Arbeit Bezug auf diese genommen werden soll. Zudem wird das Karl-Marx-Haus in Trier vorgestellt, um die Dauerausstellungen von 1968, 1983, 2005 und 2018 im größeren Kontext und der Tradition des Museums verorten zu können. Daran schließt sich der größere Teil der Arbeit an: die Analyse der Ausstellun­gen. Diese werden dabei chronologisch beginnend mit der 1968 eröffneten im Hin­blick auf die vermittelten Narrative untersucht, um anschließend die Dauerausstellun­gen miteinander zu vergleichen und einen etwaigen Wandel in der musealen Vermittlung von Marx feststellen zu können. 2.1 Überlieferung und analytisches Vorgehen »Wer Ausstellungen aus historischer Perspektive untersucht, ist abhängig von der Überlie­ferungslage, muss aus Fragmenten ein neues Gesamtbild zusammensetzen[], weil er das eigentliche Produkt, die Ausstellung, höchstens ausschnitthaft auf Fotographien oder an­deren Abbildungen betrachten kann. Das sinnliche Potenzial der Schau, etwa die Aura der Dinge oder die Wirkung des Raums, entzieht sich seiner Analyse weitgehend.[] Die noch vorhandenen fragmentarischen Spuren aufzufinden und zu deuten ist das Metier der his­torischen Museumsanalyse.« 15 Dabei stellt sich der Überlieferungszustand der vier zu analysierenden Ausstellungen sehr unterschiedlich dar. Während zur 1968 eröffneten Dauerausstellung lediglich zwei kurze Broschüren 16 überliefert sind, liegen zur Ausstellung von 1983 immerhin Fragmen­te der Texte und Wandtafeln sowie der darauf abgedruckten Bilder vor. Dies ist ­darauf 15 Thomas Thiemeyer, Geschichtswissenschaft: Das Museum als Quelle, in: Joachim Baur(Hrsg.), Museums­analyse. Methoden und Konturen eines neuen Forschungsfeldes(Schriften zum Kultur- und Museums­management), Bielefeld 2010, S. 73–94, hier S. 81. 16 Siehe Karl-Marx-Haus, Bilddokumente über das Geburtshaus von Karl Marx in Vergangenheit und Gegen­wart, Trier 1978 2 ; Karl-Marx-Haus, Ein Gang durch das Geburtshaus von Karl Marx, Trier 1979.