54 BIBLIOTHEK DER FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG| BAND 28 Die entscheidende Rolle Marx’ für die Internationale wird in der Ausstellung bzw. dem Begleitbuch zur Ausstellung dabei mehrfach explizit hervorgehoben: So wird erklärt, dass Marx Gründungsmitglied der sogenannten Ersten Internationalen gewesen ist und die Gründungsdokumente der IAA verfasste. 153 Des Weiteren wird die Bedeutung der Pariser Kommune bzw. des Falls derselbigen 154 für Marx präsentiert, da er im Anschluss die Schrift Der Bürgerkrieg in Frankreich verfasste. 155 »Marx entwickelte hier aufgrund der Erfahrungen aus der Pariser Kommune seine Grundthesen über Klassenkampf und Revolution, Staat und Diktatur des Proletariats.« 156 Die Ausstellung versucht dabei auch Einblicke in Marx’ Ansichten zur Internationale zu geben:»Für Marx war die 1. Internationale[…] die Gesamtpartei der Arbeiterklassen aller Länder.« 157 Die Entstehung der nationalen Arbeiterparteien – abgesehen von der SPD – wird auf den zwei Ausstellungstafeln 16.12 und 16.13 jeweils nur kurz demgegenüber dargelegt. 158 Die Betrachtung der SPD erfährt dabei eine exponierte Rolle – sowohl ihre Entstehung als auch die wichtigsten Strömungen, Persönlichkeiten und ihre Entwicklung werden präsentiert. Interessanterweise nimmt Marx in der Darstellung dabei eine mitunter randständige Rolle ein. 159 4.2.4 Der von Leid geprägte Das Narrativ des von Leid geprägten Marx lässt sich in drei verschiedene Dimensionen unterteilen: Einerseits wird seine Staatenlosigkeit thematisiert, die bereits im Kapitel zum Narrativ des politischen Aktivisten dargelegt wurde – da sie eine Folge seines politischen Engagements war –, sodass dieser Punkt hier nur kurz behandelt werden soll. Andererseits lassen sich zwei weitere Aspekte genauer herausarbeiten: die materielle und finanzielle Not auf der einen und das gesundheitliche Leid auf der anderen Seite – wenngleich diese sicherlich miteinander in Verbindung stehen und das eine das andere bedingte. Der Aspekt der Staatenlosigkeit wird hauptsächlich im sechsten Ausstellungsraum des Karl-Marx-Hauses thematisiert. Hier rücken Marx’ Lebensstationen von 1843 bis hin zu seinem Tod am 14. März 1883 in den Blickpunkt. Diese Stationen sind dabei auf einer 153 Vgl. Karl-Marx-Haus, Begleitbuch, S. 38, 70 und 72. 154 Vgl. KMH-1983, 16/08, Die Pariser Kommune. 155 Vgl. KMH-1983, 16/09; sowie Karl-Marx-Haus, Begleitbuch, S. 76. 156 Karl-Marx-Haus, Begleitbuch, S. 77. 157 Ebd., S. 79. 158 Vgl. ebd., S. 80. 159 Vgl. ebd., S. 80–87.
Druckschrift
Karl Marx im Museum der Gegenwart : das Karl-Marx-Haus in Trier und seine Dauerausstellungen im historischen Wandel 1968-2018
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