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Karl Marx im Museum der Gegenwart : das Karl-Marx-Haus in Trier und seine Dauerausstellungen im historischen Wandel 1968-2018
Entstehung
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KARL MARX IM MUSEUM DER GEGENWART 49 Daraufhin rücken Marx und seine journalistische Tätigkeit bei der Rheinischen Zeitung thematisch in den Blick. Interessanterweise wird hier stets ein lokaler Bezug hergestellt und auf Trier rekurriert: »Als die Zeitung zu erscheinen begann, arbeitete Marx noch an philosophischen Fragen. Doch schon bald drängten sich ihm tagespolitische Themen auf, die auch eng mit der Trie­rer Region verbunden waren. Die Verhandlungen des Rheinischen Landtages über die Lage der Moselwinzer, über Holzdiebstahl und Bodenparzellierung sowie die Debatten über Freihandel und Schutzzölle zwangen Marx, sich erstmalig mit Problemen des Pauperismus und sozialökonomischen Fragen zu befassen.« 132 Um den Besucher_innen jene journalistischen Tätigkeiten greifbarer zu vermitteln, wer­den Ausgaben der Rheinischen Zeitung unterstützend auf den Ausstellungstafeln ge­zeigt. 133 Des Weiteren finden sich hier auch Erläuterungen zum historischen Kontext, um eine gemeinsame Verständnisgrundlage für alle Besucher_innen zu schaffen und nicht zu viel Wissen vorauszusetzen. 134 Anschließend wird die Lebensgeschichte von Friedrich Engels näher vorgestellt, welche jedoch aufgrund der Zielsetzung der Arbeit hier nicht näher betrachtet wird. 4.2.2 Der Universalgelehrte Neben der bereits erwähnten detaillierten Darlegung seines Studiums, wird das Narra­tiv des Universalgelehrten gleich an mehreren Stellen der Ausstellung vermittelt. »Einen Überblick über das eindrucksvoll breite Spektrum der wissenschaftlichen Interes­sen von Marx[] bietet Raum 13. Marx Denken kreiste um die Einheit der Wissenschaft. Die Arbeits- und Wissenschaftsfelder, auf die er sich stürzte, reichten von der Philosophie am Anfang seiner Studien über Naturwissenschaften und Technik, Sprache und Literatur, Ethnologie und Anthropologie bis hin zu Geschichte und Politik.« 135 Dabei werden auch die wichtigen Gelehrten, welche prägend für Marx waren, vorge­stellt: Hegel, Feuerbach, Proudhon und andere. Diese bzw. eher die Auseinandersetzun­gen mit ihnen, führten Marx letztendlich zu seinen Ansichten auf das Weltgeschehen. Doch auch die ästhetische Literatur rezipierte er. So las er neben Heine und Dickens auch Shakespeare, Goethe und Schiller. 136 Um die verschiedenen Werke zu verstehen, lernte Marx viele Sprachen mit Russisch begann er noch im Alter von 53 Jahren. 137 132 Ebd., S. 22. 133 Vgl. Flacke, Ausstellen als Narration, S. 256. 134 Vgl. Dawid / Schlesinger, Lesbare Ausstellungstexte, S. 51–66. 135 Karl-Marx-Haus, Begleitbuch, S. 43. 136 Die Geisteswissenschaftler werden auf den Tafeln 13/02 13/04, die Naturwissenschaftler auf den Tafeln 13/05–13/07 und die Literaten auf der Tafel 13/08 vorgestellt. Hier werden stets Porträts sowie die Einbän­de der bekanntesten Werke der präsentierten Persönlichkeiten auf den Wandtafeln abgedruckt. 137 Vgl. Karl-Marx-Haus, Begleitbuch, S. 43–50.