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Karl Marx im Museum der Gegenwart : das Karl-Marx-Haus in Trier und seine Dauerausstellungen im historischen Wandel 1968-2018
Entstehung
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KARL MARX IM MUSEUM DER GEGENWART 85 Räumen ist. In Kombination mit dem dunklen Boden und den großen, teilweise me­terlangen Tafeln wirken die Ausstellungsräume eher dunkel und voll. Insgesamt lässt sich festhalten, dass die 2005 eröffnete Dauerausstellung besonders das (politische) Leben und die Wirkung von Karl Marx nach dessen Tod thematisierte. Da­bei wurde nahezu ausschließlich auf die Vermittlung anhand von Ausstellungstafeln mit Texten und Bildern gesetzt, wodurch sich die Ausstellung stark von den vorhergehen­den, deutlich objektlastigeren Ausstellungen und auch von der nachfolgenden 2018 er­öffneten Dauerausstellung unterscheidet, die nun analysiert werden soll. 4.4 Der stets aktuelle Ideengeber die Dauerausstellung von 2018 Die im Marx-Jahr 2018 eröffnete Dauerausstellung des Karl-Marx-Hauses möchte Karl Marx als Person, Analytiker und Kritiker seiner(kapitalistischen) Gesellschaft zeigen, der äußere Impulse in seinen Werken verarbeitete. Er soll als Vordenker der deutschen Sozialdemokratie dargestellt werden, dessen Ideen noch nachwirken, sodass er auch noch heute einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert besitzt. Daraus ergeben sich die drei Themenbereiche der Ausstellung. Zunächst wird sein Leben in den Blick ge­nommen, beginnend im Geburtshaus 1818 bis zu seinem Tod im Londoner Exil. 257 Der zweite Themenbereich widmet sich seinem Werk, wobei das Manifest der Kommunisti­schen Partei und das Kapital im Vordergrund stehen. Der dritte und letzte Themen­bereich beschäftigt sich mit der Marx-Rezeption und seiner globalen Wirkung; hier werden seine Bedeutung für die damalige und heutige Gesellschaft aufgezeigt. Jene The­menbereiche dienen auch als Ordnungsprinzip, der Ausstellung liegt somit ein thema­tisches und kein rein chronologisches Ordnungsprinzip zugrunde. Nur innerhalb dieser drei thematisch voneinander getrennten Bereiche lässt sich eine chronologische Prä­sentation finden. Des Weiteren ist bereits zu Beginn herauszustellen, dass alle Ausstel­lungs- bzw. Raumtexte in Deutsch und Englisch verfasst sind, um dem internationalen Anspruch der Ausstellung gerecht zu werden. Die übergeordneten Raumtexte sind da­bei stets kalligrafisch gestaltet; auf diese Weise ist es für die Besucher_innen nachvoll­ziehbar, welchen Text sie im Raum einführend lesen können. Demgegenüber sind die restlichen Ausstellungstexte abgesehen von einigen Elementen an den Wänden gänz­lich in Maschinenschrift gehalten. 257 Hervorzuheben ist hier, dass der biografisch ausgerichtete Themenbereich verhältnismäßig wenig Raum in der Ausstellung einnimmt. Dies könnte einerseits darauf zurückzuführen sein, dass man sich an den anderen vier zu dieser Zeit in Trier gezeigten Ausstellungen orientierte, welche ebenfalls seine Biografie präsentierten, oder andererseits ein Zeichen dafür sein, dass die 2018 eröffnete Dauerausstellung den Fo­kus auf Marx Werk und Wirken legen will.